Schenkenhorst l „Das Geläut der Schenkenhorster Kirche ist wieder komplett“, begrüßte Propst Christoph Hackbeil am Sonntag die Gäste des Festgottesdienstes. Zahlreiche Schenkenhorster, Gäste aus den umliegenden Orten, Vertreter von Kirchenkreis und Kommune, ehemalige Geistliche aus den Orten sowie Sponsoren und Spender kamen zu diesem Gottesdienst, um mitzuerleben, wie die neu gegossene Glocke gesegnet und für die Wiederinbetriebnahme vorbereitet wird.

Im Laufe dieser Woche wird die Glocke im Turm aufgehängt. In der Osternacht werde zur Feier des Festes der Auferstehung Christi erstmals ihr Geläut erklingen. Bis dahin herrsche weiterhin die Stille der Passionszeit, wie Hackbeil erklärte.

Auf Glockenfriedhof gefunden

Notwendig wurde der Guss der neuen Glocke, weil die bisherige „an ihre Verschleißgrenze geraten ist“, so Hackbeil. Bis zum zweiten Weltkrieg gab es drei Glocken in Schenkenhorst. Die größte musste zu Rüstungszwecken eingeschmolzen werden. Die mittlere konnte auf einem Glockenfriedhof wiedergefunden werden und kam zurück. Die kleine Taufglocke blieb unversehrt im Turm hängen. Im Zuge des Neugusses wurde die kleine Taufglocke, deren Kronenhenkel mittlerweile beschädigt waren, saniert. Die Taufglocke stand nun mit der großen beim Festgottesdienst im Kirchenschiff.

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„Schenkenhorst hat wieder drei Glocken. Drei Glocken für 160 Einwohner“, sagte der Propst. Mit den nicht nachlassenden Bemühungen, das Dreigeläut wieder erklingen lassen zu können, setze die Kirchengemeinde ein Zeichen, dass es sich lohne, sich für seine Kirche oder für Kirche überhaupt einzusetzen. Mit jedem Glockenschlag werde dies deutlich, wie Hackbeil erläuterte. Der Klang der Glocke erinnere auch daran, dass Menschen, die Not erfahren und Hilfe brauchen, in der Kirche auch diese Hilfe finden können.

Erklingen werde die neue Glocke dann auch jeweils zum Abendläuten. Sie wird zum Gebet und zur Besinnung einladen.

Glockenprojekt kostet 40.000 Euro

Wie Gemeindekirchenratsmitglied Gordon Sethge erklärte, sei es vielen Unterstützern zu verdanken, dass die Glocke neu gegossen wurde, aber vor allem der Beharrlichkeit von Paul Jelinksi. Er habe immer wieder nachgehakt, immer wieder betont, dass der Gemeindekirchenrat an dieser Sache dran bleiben solle, so Sethge. Sethge erinnerte auch daran, dass die Kirchengemeinde einige Hindernisse aus dem Weg räumen musste. So ging beispielsweise die erste Glockengießerei, die den Auftrag erhielt, in Insolvenz, bevor es los gehen konnte.

Die Kosten des Glockenprojektes betragen rund 40.000 Euro. Getragen werden diese von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, der Sparkasse Altmark West, dem Kirchenkreis und der Kirchengemeinde. Sethge bedankte sich bei Sponsoren und den zahlreichen Spendern. Er dankte zudem allen, die das Projekt unterstützt haben.