Gardelegen l Sie bereitet die Kindergottesdienste vor, organisiert die Treffen der Kinderkirche, und auch das Krippenspiel wird sie mitgestalten. In den zurückliegenden Jahren wurde dieses Angebot durch Ehrenamtliche gewährleistet. Außerdem unterstützt sie gelegentlich Pfarrer Martin Goetzki beim Konfirmandenunterricht. Hanna Rau ist in der evangelischen Kirchengemeinde Gardelegen die neue Gemeindepädagogin im Anerkennungsjahr.

Derzeit ist sie dabei, die Mitglieder der Kirchengemeinde kennenzulernen. „Beobachten, wahrnehmen und gucken, was für die Gemeinde gut ist“, schilderte die 26-Jährige ihre derzeitige Arbeit, „ich bin gerade dabei, die Leute hier kennenzulernen.“ Neben Gemeindemitgliedern hat die junge Frau auch schon Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig besucht. Schließlich könne sich Rau die Zusammenarbeit der Kirchengemeinde mit der Stadt sowie mit anderen Einrichtungen gut vorstellen. Und auch wer nicht zur Kirchengemeinde zugehörig ist, wird die junge Frau vielleicht schon in der Stadt gesehen haben, denn „in Gardelegen ist alles gut erreichbar. Ich bin meist mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs“, erzählt sie im Volksstimme-Gespräch.

Zurück in den Osten

Eigentlich ist Hanna Rau gelernte Zahnarzthelferin. Den Glauben und die Liebe zu Gott hat die 26-Jährige aber schon seit Kindertagen entdeckt. „Ich bin christlich aufgewachsen“, sagte sie. Das liege sicherlich auch am Beruf ihrer Mutter. „Meine Mutter ist Katechetin.“ Aufgewachsen ist Anna Rau in Haldensleben, besuchte später das Ökumenische Domgymnasium Magdeburg. Mit dem Abitur in der Tasche ging sie auf den Familien- und Kinderbauernhof Siloah bei Gotha, absolvierte dort ein freiwilliges soziales Jahr.

„Danach bin ich nach Leipzig gegangen, weil dort Leute waren, die ich kenne.“ Dort begann sie die Lehre zur Zahnarzthelferin. Nach der dreijährigen Ausbildung blieb sie ein weiteres Jahr in der Stadt, übte den erlernten Beruf aus. Christliche Werte waren ihr zu diesem Zeitpunkt schon sehr wichtig, einmal im Monat besuchte sie am Wochenende eine Jüngerschaftsschule im Erzgebirge, ein einjähriges Angebot, um ein stabiles Alltagsleben mit Jesus zu trainieren, Bibelstunden abzuhalten. Aber das genügte Hanna Rau noch nicht.

Als Kind in Gardelegen im Freibad

Sie ging nach Wuppertal in die Evangelistenschule Johanneum, in der junge Männer und Frauen zum hauptamtlichen Verkündigungsdienst in der evangelischen Kirche und mit ihr verbundenen Werken und Verbänden ausgebildet werden, eine kirchlich anerkannte Ausbildung. Im Juli dieses Jahres wurde Hanna Rau eingesegnet. Für ihr Anerkennungsjahr als Gemeindepädagogin suchte sie eine Kirchengemeinde. „Ich wollte zurück in den Osten. Ich wollte zurück, weil hier viele Leute leben, die ich kenne“, begründete sie. Als sie sich nach einem geeigneten Ort umschaute, entdeckte sie Gardelegen.

Zwar habe sie zum Norden Sachsen-Anhalts bisher keine allzu große Bindung gehabt, ganz unbekannt ist ihr die alte Hansestadt dennoch nicht. „Als Kind waren wir hier manchmal im Freibad“, erinnerte sie sich. An der Altmark schätze sie, dass die Menschen „sehr offen sind“, nehme sie aber auch wahr, dass die Menschen hier davon reden, dass die Jugend weggeht, dass Geschäfte schließen müssen.

Nächstes Jahr wird geheiratet

Am Ende des Anerkennungsjahres steht eine Abschlussarbeit und das Kolloquium. Die Stelle in Gardelegen ist für zwei Jahre ausgeschrieben. „Sinnvoll ist es natürlich, länger zu bleiben“, sagte sie. Grundsätzlich könne sich das die 26-Jährige vorstellen, ob sie aber bleiben wird, darüber werden auch private Belange entscheiden. „Im August nächsten Jahres heirate ich“, verriet sie. Ihr Verlobter absolviere derzeit die selbe Ausbildung in Wuppertal, die sie erlebte. Danach werde er eine Stelle suchen. Als Ehepaar wollen beide dann natürlich in der selben Region leben.

Doch zunächst freut sich Hanna Rau auf die Arbeit in der Gemeinde. Ideen hat sie dafür viele. Sie ist aber auch offen für Vorschläge aus der Gemeinde. „Die Leute können mich einfach ansprechen“, betonte sie. Ansprechen könne sie auch jeder, der mit ihr über den Glauben reden möchte, so Hanna Rau.