Kalbe l „Das war einfach das interessanteste Angebot“: Mit diesen Worten begründet ein Beetzendorfer Gymnasiast, warum er und acht Mitschüler sich unter mehreren, von ihrer Schule angebotenen, Projekten dafür entschieden haben, Lehrerin Andrea Krüger in ihre Heimatstadt Kalbe zu folgen, um dort sogenanntes Geocaching, eine Art moderne Schnitzeljagd, zu betreiben.

Gleichzeitig tauchen die Siebentklässler aber auch in die Stadtgeschichte ein. Und die hat viel Interessantes zu bieten, wie sie zum Beispiel bei ihrer gestrigen Wanderung durch das Wiesengebiet Goliath erfahren. Dort erinnern nur noch ein paar alte Betonbrocken daran, dass sich an dieser Stelle einst der leistungsstärkste Längswellensender der Welt befand, mit dem der Funkkontakt zu U-Booten hergestellt werden konnte – und dass dort später von den Alliierten ein vorübergehendes Lager für bis zu 100?000 deutsche Kriegsgefangene eingerichtet wurde. Jahrhunderte früher soll sich auf dem Gelände sogar eine Herrenburg befunden haben.

Heutzutage beschäftigen sich junge Menschen statt mit Ritterspielen lieber mit Elek-tronik. Und solche kommt auch beim Geocaching zum Einsatz. Die Beetzendorfer Schüler werden mithilfe jener Koordinaten, die ihre Lehrerin im Internet hinterlassen hat, jedenfalls fix fündig und machen das Versteck am Goliath aus, an dem Andrea Krüger einen der vermeintlichen Schätze hinterlassen hat. Die freut sich über so viel Pfiffigkeit und darüber, dass die Schüler sichtlich Freude an ihrem dreitägigen Aufenthalt in Kalbe haben. Denn sie dürfen nicht nur im Krüger´schen Garten zelten und sich gegenseitig bekochen. Sondern sie haben ihre Nachmittage auch zur freien Gestaltung. Und da wird nicht nur der eine oder andere Stadtbummel unternommen und so manches Eis verputzt, sondern da wird auch das Freibad genutzt.

Bei den neun Jugendlichen, die heute wieder die Heimreise antreten, handelt es sich übrigens um Schüler aus vier unterschiedlichen Klassen. Und die haben nun auch die Heimatstadt ihres Rektors kennen gelernt. Hartmut Palutke ist nämlich auch Kalbenser.