Berge l Von Nervosität war Simon Laudy am Sonntag (20. September) nichts anzumerken. Stück für Stück legten die Mitarbeiter des Glockengießers, der seit 1988 in seinem Unternehmen „Klokken- en Kunstgieterij Reiderland“ tätig ist, auf dem Gelände der Feldsteinkirche in Berge die neue Glocke des Dorfes frei.

Um 13.35 Uhr war es dann endlich soweit. Deutlich waren die ersten Kanten und feinen Texturen der Kirchenglocke zu erkennen. Gloriosa, so der ihr Name, wird künftig neben „Hubertus“ (Glocke 1) und „Osanna“ (Glocke 2) im Ort zu hören sein. Sofort zückten am Sonntag zahlreiche Gäste ihre Handys, um dieses historische Ereignis in Videos und Bildern für die Nachwelt festzuhalten.

Besucher aus ganz Sachsen-Anhalt

Doch bis dahin war es ein weiter weg. Das Coronavirus machte den ehrenamtlichen Helfern und Organisatoren der evangelischen Kirchgemeinde Berge im April einen Strich durch die Rechnung. Trotzdem hielten sie an ihrem Plan fest, einen Glockenguss mit umfangreichem Rahmenprogramm zu veranstalten – mit Erfolg.

Bilder

Bereits am Sonnabend kamen zahlreiche Besucher, teilweise aus weiten Teilen Sachsen-Anhalts, nach Berge. Auf dem Gelände fanden sie verschiedene Stände, an denen unter anderem erste Gloriosa-Fanartikel in Form von Porzelanglocken mit Aufdruck erworben werden konnten.

Münzen als Erinnerung

Einige Meter weiter prägte Christian Stein Münzen für die Gäste, auf denen die Kirche und auf der anderen Seite die Glocke verewigt wurden. Zur Unterhaltung der Kinder wurde eine Hüpfburg aufgebaut und ein Pony-Reiten mit dem Reiterhof Dammkrug angeboten. Zudem führte Radiomoderator Tim Schultheiß durch das Programm des Events. Und das war umfangreich. So traten der Spielmannszug Wernstedt, der Berger Kindergarten, Volker Maria Maier, der Männergesangverein 1885, Tabea und Tobis Wollner, die Parforcehorn Bläsergruppe Mildetal, die Turmbläser aber auch die Berger Kinderjagdhornbläser auf einer Bühne auf.

Nach 22 Uhr stand dann der eigentliche Glockenguss auf dem Programm, der mit einer anschließenden Lasershow abgerundet worden war. Die Einweihung der neuen Gloriosa und der sanierten Berger Kirchenorgel, die 1885 von Robert Voigt gebaut und in den vergangenen Monaten von Orgelbauer Martin Lodahl aus Dingelstedt am Huy und seinem Kollegen Thomas Filter generalüberholt worden ist, erfolgte dann am Sonntagnachmittag im Berger Gotteshaus. Dabei brachte der Kantor des Berliner Doms, Tobias Brommann, die Voigt-Ogel zum Klingen.