Heimatgeschichte

Güssefelder erhält Zertifikat als Ortschronist und Heimatforscher

Wolfgang Lierath ist seit wenigen Wochen zertifizierter Ortschronist und Heimatforscher.  Dazu besuchte der Güssefelder einen Lehrgang im Rahmen eines Modellprojektes des Landes Sachsen-Anhalt. Lierath stellte bereits die Schulchronik und Familienaufstellungen zusammen.

Von Von Doreen Schulze
Wolfgang Lierath  ist zertifizierter Ortschronist. Er verfasste bereits eine Aufstellung der Güssefelder Pfarrerfamilie Güssow und     befasste sich mit der Schulchronik.  Als nächstes möchte er eine Auflistung der Familien in Güssefeld im  17. bis 18. Jahrhundert zusammenstellen.
Wolfgang Lierath ist zertifizierter Ortschronist. Er verfasste bereits eine Aufstellung der Güssefelder Pfarrerfamilie Güssow und befasste sich mit der Schulchronik. Als nächstes möchte er eine Auflistung der Familien in Güssefeld im 17. bis 18. Jahrhundert zusammenstellen. Foto: Doreen Schulze

Güssefeld - Stolz  hält Wolfgang Lierath sein Zertifikat in den Händen. Dieses weist ihn als qualifizierten Heimatforscher und Ortschronisten aus. Dafür beteiligte sich der Güssefelder im Rahmen des Modellprojekts Heimatforscher an einem Lehrgang, der dazu beitragen soll, die  Arbeitsbedingungen der Chronisten zu verbessern  und Nachwuchs zu gewinnen. Der Grundlagenkurs für Ortschronik und Heimatforschung umfasste 80 Stunden und dauerte  von November 2019 bis August 2020. Während dieser Zeit erhielt Lierath Grundlagen vermittelt in Bibliotheks-, Archiv- und Personenrecherche, Quellenarbeit, Paläographie, Verwaltung von Materialsammlungen  und Literatur, in digitalem Datenmanagement, Heraldik, im Schreiben von Texten und im Publizieren und Konzipieren von Ausstellungen.

Das Zertifikat erhielt er im Mai dieses Jahres in Magdeburg. Überreicht wurde es ihm von Staats- und Kulturminister Rainer Robra. Dem Grundlagenkurs ging ein Schreiben des Landesarchivs voraus, das vor zwei Jahren die Ortsbürgermeister erreichte. Da Wolfgang Lierath sich schon seit rund einem Jahrzehnt mit der Güssefelder Ortsgeschichte auseinandersetzte, schlug  ihm Ortsbürgermeister René Seibel vor, daran teilzunehmen.

Wolfgang Lierath ist ebenso wie Ehefrau Roswitha in Güssefeld aufgewachsen. Wegen seines Berufs als Zollinspektor  zogen beide später nach Magdeburg, Berlin und  Rostock. Nachdem sie aber in den Ruhestand eingetreten waren, kehrten sie vor zwölf Jahren nach Güssefeld zurück. „Und hier kannten wir ja noch viele Leute von früher, aus der Schule, aus dem Ort“, berichtet Roswitha Lierath.

 In der neu gewonnenen Freizeit begann das Ehepaar eine Familienchronik zusammenzustellen, besuchte dazu zahlreiche Archive, unter anderem die Kirchenarchive in Stendal und Magdeburg und das Stadtarchiv Salzwedel. Unter anderem erfuhren sie dabei, dass Vorfahren nach Amerika ausgewandert waren.

Schulchronik erstellt

Bei diesen Recherchen stießen Lieraths auf Namen und Familien aus Güssefeld sowie auf die Pfarrerfamilie Güssow, die in drei Generationen von 1816 bis 1924 im Ort tätig gewesen war. Von dieser machte Wolfgang Lierath mit Unterstützung seiner Frau eine Familienaufstellung. Dazu erhielt er ein Notizbuch, das Pastor Güssow handschriftlich verfasst hatte. In diesem hatte er tägliche Begebenheiten im Dorf, zum Beispiel wie das Wetter war oder wann die Zugvögel eingetroffen waren, notiert. Diese Eintragungen hielt Lierath  nun digital fest.

Auch die Schulchronik von 1883/84 bis 1943/44, die in Sütterlin und altdeutscher Schrift verfasst ist, „übersetzte“ er und hielt sie digital fest. Zur Verfügung gestellt worden war sie von Erika Gröning, der Ehefrau des verstorbenen Dorfschullehrers Helmut Gröning.

Voraussetzung für die Teilnahme am Grundlagenkurs war für Wolfgang Lierath übrigens,  bereits verfasste Arbeiten vorzuweisen. Mit der Schulchronik war dies gegeben. Zuletzt erstellte er eine Aufstellung  über Kriegsgefallene in Güssefeld. Auch über die Errichtung des Kriegerdenkmals weiß er inzwischen Interessantes zu berichten. Darüber lesen Sie in einer nächsten Ausgabe.

 Vorgenommen hat sich Wolfgang Lierath auch, eine Aufstellung der Güssefelder von 1616 bis 1790 anzufertigen. Und vielleicht wird alles  einmal in einem Buch erscheinen.