Güssefeld/Thüritz l Feuerwehreinsatz auf freier Strecke: An der Kreisstraße zwischen dem „Dammkrug“ Güssefeld und der Ortslage Thüritz, gleich hinter der dortigen scharfen Linkskurve, ist Dienstagmittag gegen 11.30 Uhr eine Gasleitung der Avacon beschädigt worden. Die Brandbekämpfer aus Güssefeld und Badel/Thüritz mussten vor Ort dafür sorgen, dass es gar nicht erst zu einem Feuer oder gar zu einer Explosion kommt und mussten die Einsatzstelle weiträumig absichern.

Was war passiert? Entlang der Kreisstraße erfolgen aktuell Erdarbeiten mithilfe eines Kabelpfluges. Denn dort werden im Rahmen eines Kombiauftrages, an dem auch, aber nicht nur, der Zweckverband Breitband Altmark beteiligt ist, gerade Lehrrohre für das spätere Einbringen von Glasfaserkabeln verlegt. Dabei ist ein Leck in einer Gasleitung mit einem Durchmesser von 225 Millimetern und einem Druck von 770 Millibar verursacht worden. Gas trat aus. Allerdings „abseits von bewohnter Fläche“, wie Avacon-Pressesprecherin Kirsten Fricke deutlich machte. Das Gefährdungspotenzial bei lädierten Gasleitungen ist dennoch enorm hoch, weshalb dem eigentlich geruchslosen Gas auch immer spezielle Stoffe beigemengt werden. Sie ermöglichen, dass ein Leck via Geruchssinn schneller auffällt.

Problem mit Leitungsplänen

Sofort wurde gestern Mittag die Feuerwehr alarmiert, die mit insgesamt 16 Einsatzkräften an den Ort des Geschehens ausrückte. Auch Fachleute des Energieversorgers wurden hinzugezogen. Sie mussten die beschädigte Gasleitung dann auf beiden Seiten abschiebern, um das Leck reparieren zu können.

Wie Kirsten Fricke sagte, habe es jedoch zu keinem Zeitpunkt eine Versorgungslücke gegeben. „Dies ist durch den ringförmigen Aufbau des Leitungsnetzes zu erklären“, so ihre Worte. Der sorge dafür, dass es bei einer einzigen Fehlerquelle noch nicht zu einem Ausfall in der Versorgung komme.

Die Reparaturarbeiten dauerten bis weit in den gestrigen Nachmittag an. Die Feuerwehren Güssefeld und Badel konnten ihren Einsatz hingegen kurz nach 14 Uhr beenden. Zu klären sind jetzt etwaige Schadensersatzansprüche.

Wie Kirsten Fricke auf Anfrage sagte, „müssen Tiefbauunternehmen vor Beginn von Erdarbeiten grundsätzlich eine Leitungsauskunft einholen“, um sicherstellen zu können, dass keine Schäden an bereits existierenden Netzen entstehen. Dennoch kommt es immer wieder zu Havarien wie der gestrigen.

Nach Angaben des zuständigen Planers Fred Schirrmeister seien selbstverständlich im Vorfeld der Arbeiten eine Leitungsauskunft und auch eine Einweisung für die Mitarbeiter der beauftragten Baufirma – sie stammt aus Niedersachsen und arbeitet mit einem Subunternehmen aus Baden-Württemberg zusammen – erfolgt. Allerdings habe es eine „Differenz zwischen den Planungsunterlagen und der tatsächlichen Lage der Gasleitung“ gegeben. Das müsse nun geklärt werden.