Ehrenamtliche Helfer

Helferkreis der Pfeifferschen Stiftungen ist in Letzlingen aktiv

Von Elke Weisbach
Jeden Mittwoch besucht Birgit Beutler (rechts) vom Helferkreis der Pfeifferschen Stiftungen in Letzlingen Inge Bösche. Bei einer Tasse Kaffee wird zunächst ein wenig erzählt. Im Anschluss erledigt Birgit Beutler anstehende Arbeiten im Haushalt. Einmal im Monat gehen die Frauen nachmittags spazieren. Foto: Elke Weisbach

Letzlingen

Pünktlich um 8.30 Uhr steht an jedem Mittwoch der frisch gekochte Kaffee auf dem Tisch in der kleinen Küche von Inge Bösche in Letzlingen. An diesem Tag in der Woche besucht sie nämlich Birgit Beutler, die dem ehrenamtlichen Helferkreis im Quartier der Pfeifferschen Stiftungen im Heidedorf angehört.

Und diese zweistündigen Besuche – natürlich unter Einhaltung aller geltenden Vorschriften und entsprechenden Tests – sind seit über einem Jahr wichtiger denn je. Dabei geht es nämlich nicht vordergründig um die Hilfe im Haushalt, die angeboten und von Inge Bösche auch in Anspruch genommen wird. Es geht vor allem um die zwischenmenschlichen Kontakte, die durch die anhaltende Corona-Pandemie nicht nur eingeschränkt werden, sondern eigentlich ganz wegfallen. Und das bedauert Inge Bösche, die allein lebt, außerordentlich.

Zusammenkünfte fehlen

„Ich vermisse die Zusammenkünfte der Pfeifferschen Stiftungen“, bedauert die 83-Jährige im Gespräch mit der Volksstimme. Auch wenn sie auch vorher schon aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an den angebotenen Ausflügen teilnehmen konnte, so besuchte sie doch gern die Kaffeerunden, die vor den geltenden Kontaktbeschränkungen mittwochs oder sonntags im Gemeinderaum der evangelischen Kirche an der Magdeburger Straße angeboten wurden. Das waren Anlässe, um einmal die Wohnung zu verlassen, andere Menschen zu treffen. „Die Gespräche mit anderen fehlen mir schon sehr“, gibt Inge Bösche zu.

Aus diesem Grund freue sie sich auch immer auf den Mittwochsbesuch von Birgit Beutler. Denn diesen beginnen beide mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken in der Küche und dem Austausch von Neuigkeiten, bevor Birgit Beutler sich an die Hausarbeit macht. Einmal im Monat treffen sie sich auch am Nachmittag, um gemeinsam spazieren zu gehen. Allein fühlt sich Inge Bösche nicht mehr ganz sicher. Sie hat lieber jemanden an ihrer Seite, der auf sie aufpasst.

Eine jung gebliebene Rentnerin

Birgit Beutler ist auch bereits Rentnerin, fühlt sich aber noch zu jung, um gar nichts mehr zu tun. Sie kam 2018 zum Helferkreis. Wie sie erzählt, war ihr Schwiegervater damals sehr krank, und sie wollte unter anderem erfahren, auf was man bei der Betreuung und Pflege achten müsse. „Außerdem hatte ich schon immer Interesse daran, alten Leuten zu helfen“, so die 66-Jährige. Aus diesem Grund nahm sie auch an der von den Pfeifferschen Stiftungen angebotenen Schulung teil, schloss diese 2018 mit einem Zertifikat ab und wurde Teil des ehrenamtlichen Helferkreises.

Dessen Mitglieder bieten unter anderem Unterstützung im Alltag, zum Beispiel im Haushalt und Garten, beim Einkaufen oder als Begleitung zu Terminen, und bei der Betreuung zu Hause als Entlastung von pflegenden Angehörigen an. Auch gemeinsame Freizeitaktivitäten gestalten oder einfach nur einmal miteinander reden, gehört mit dazu.

Ein langer Kampf

Seit 2019 nutzt Inge Bösche die Angebote des Helferkreises, nachdem sie nach langem Kampf, wie sie erzählt, endlich eine Pflegestufe zugesprochen bekommen habe. „Am 31. Juli 2019 haben wir uns zum ersten Mal beschnuppert“, erzählt Birgit Beutler, nachdem sie in ihrem Handy nachgeschaut hatte. Und es hat gepasst, freut sie sich, die auch noch drei weitere Seniorinnen in Letzlingen und Theerhütte betreut.