Gardelegen l Dass im Gardeleger Rathaus geheiratet wird, ist nichts Ungewöhnliches. Dass die Feuerwehr davor Spalier steht, hingegen schon. Sonnabendmittag war dies der Fall. Während im Standesamt Kamerad Daniel Stein (32) seiner Madeleine (29), geborene Noß, das Ja-Wort gab, bauten die Brandbekämpfer vor der Tür nicht nur einen Schlauchtunnel auf, durch den das Brautpaar dann laufen sollte. Sondern sie fuhren auf dem Rathausplatz auch mit dem Drehleiterfahrzeug samt Rettungskorb vor. Darin sollten die zwei Frischvermählten dann ihre Heimatstadt Gardelegen, in der sie seit 2016 gemeinsam zu Hause sind, von oben genießen können.

Im Rettungskorb

Dass der Bräutigam keine Höhenangst entwickeln würde, war zu erwarten. Schließlich kennt er das Fahrzeug aus persönlicher Erfahrung. Aber auch die Braut zeigte keine Scheu und stieg zu ihrem Mann und Kamerad Alexander Junge in den Rettungskorb, der das Gerät dann auf die Höhe des Rathausturmes bugsierte. Zuvor hatte er aber erst noch herzliche Glückwunsche und Blumen im Namen der ganzen Wehr gegeben.

Während die Braut aus Schwiesau stammt und als Ergotherapeutin arbeitet, ist ihr Mann, der im VW-Werk in der Produktion tätig ist, in Brome aufgewachsen. Vor vier Jahren haben sich beide kennen und lieben gelernt und sich vor zwei Jahren ihr gemeinsames Nest in Gardelegen eingerichtet. Und für Daniel Stein, der schon in Niedersachsen der Feuerwehr angehört hatte, war klar, dass er auch in der Altmark im Brandschutz tätig sein will. Umso glücklicher war er dann, als er in Gardelegen auf eine junge, dynamische Truppe traf.