Berge l Zu einem Vortrag über den Weg der KZ-Häftlinge im April 1945 nach Berge lädt der Förderverein Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe für den Freitag, 7. September 2018, ab 19 Uhr ins Sportlerheim Berge ein, teilte Torsten Haarseim vom Förderverein mit. Er wird auch den Vortrag halten. Anlass dazu ist die Erneuerung der Gedenkstätte für acht KZ-Häftlinge, die auf dem Berger Friedhof bestattet sind. Im Vortrag wird Haarseim die Herkunft der Häftlinge thematisieren, ebenso die Wege, auf denen die Häftlinge während der Todesmärsche in die Feldscheune getrieben worden sind. Dort wurden am 13. April 1945 über 1000 KZ-Häftlinge ermordet.

Aber auch auf den Wegen dorthin starben viele Häftlinge an Entkräftung, oder sie wurden ermordet. Auf vielen Friedhöfen in der Region wurden sie bestattet, darunter eben auch in Berge. Im ersten Teil des Gedenkabends wird Haarseim – in Ermangelung von Fotos aus Berge – Originalsequenzen in einer Länge von drei Minuten zeigen, die von der US-Army 1945 im benachbarten Estedt gedreht wurden. Die Aufnahmen zeigen das Bergen der Leichen und die Bestattung der ermordeten Häftlinge. Im zweiten Teil, so hofft der Referent, können Gespräche mit Zeitzeugen der ersten oder zweiten Generation geführt werden, das heißt mit Menschen, die aus eigenem Erleben von den Ereignissen um die Bestattung der acht KZ-Häftlinge in Berge oder aus dieser Zeit am Ende des Zweiten Weltkrieges oder aus Erzählungen ihrer Verwandten oder Bekannten berichten können. Vielleicht gibt es auch noch alte Fotodokumente. Der Vortrag ist kostenfrei. Am Sonnabend, 8. September, findet dann die Gedenkveranstaltung anlässlich des Tages der Erinnerung, Mahnung und Begegnung am sanierten Gräberfeld auf dem Friedhof in Berge statt. Beginn ist um 11 Uhr.