Dannefeld/Gardelegen l Das laute Brummen in der Luft ist unüberhörbar – Hornissen sind im Anflug. Vor allem abends in der Dunkelheit an Lichtquellen direkt an Wohnhäusern gut zu beobachten, aber auch am Tage. Unter anderem im Garten von Wilhelm Gadau aus Dannefeld. Dort haben sich Hornissen süße Birnen am Baum schmecken lassen. Er vermutet, dass sich in der ehemaligen Molkerei des Ortes ein Hornissennest befindet. „Ganz genau weiß ich das nicht. Aber zurzeit haben wir verstärkt Hornissen im Garten. Die Wespen sind weniger geworden“, hat Gadau beobachtet. Hornissen seien schon beeindruckende Tiere. „Hornissen tun keinem was. Man muss nur ein bisschen aufpassen beim Birnenpflücken“, sagt Gadau.

Das bestätigt auch Ulf-Gerd Damm von der Naturparkverwaltung Drömling. Hornissen seien friedliche Tiere. Man sollte vor allem die Ruhe bewahren. Sollten Hornissen abends in beleuchtete Wohnräume fliegen, dann sollte man einfach das Licht löschen. Die Tiere würden in der Regel wieder hinaus fliegen. Zwischen Mitte August und Mitte September erreichten die Hornissenvölker ihren Entwicklungshöhepunkt. Bei den Insekten sei derzeit gerade Paarungszeit. Die Jungköniginnen seien auf der Suche nach winterfesten Quartieren. Die Völker mit den Arbeitstieren und der alten Königin würden zum Herbst hin absterben. „Die haben nicht mal ein Jahr Lebenszeit“, sagt Damm.

Die Jungköniginnen werden dann im Frühjahr einen neuen Staat gründen. Als Bauplätze für die Nester suchen sich die Hornissen unter anderem Bäume, Scheunen, Schuppen oder Dachböden, aber auch Holzverschalungen an Terrassen oder Wohnhäusern aus. Auch im Naturpark Drömling gebe es viele Hornissennester. „Das war in diesem Jahr ein perfekter Sommer für die Insekten. Die hatten optimale Bedingungen“, so Damm. Das könne im nächsten Jahr schon wieder anders aussehen.

Dennoch seien insgesamt die Bestände zum Teil stark zurückgegangen. „Vor 20 Jahren noch haben die Wespen ganze Kaffeetafeln geradezu überfallen. Heute ist das kaum noch der Fall“, hat Damm beobachtet. Das sei auch bei den Hornissen der Fall. Die Tiere seien streng geschützt und sehr nützlich. „Sie fangen Schadinsekten, denn sie ernähren sich vor allem mit tierischem Eiweiß“, erläutert Damm. Das Umsetzen von Nestern oder gar Töten von Tieren müsse bei der Unteren Naturschutzbehörde beantragt werden.

Bestände zum Teil stark bedroht

Wilhelm Gadau aus Dannefeld duldet gern die großen und friedlichen Brummer in seinem Garten. Die Hornissen-Birne hängt übrigens noch immer an seinem Baum, oder besser gesagt, das, was davon übrig geblieben ist. „Total leer gefressen“, so Gadau.