Gardelegen l Sie haben mit Fingerfarben gemalt, wie sie sich das Jenseits vorstellen. Sie haben Lieder gesungen. Sie haben Bohnenranken gepflanzt als Symbol für immer wiederkehrendes Leben. Und sie haben auch über das Ende gesprochen. Wie es ist, wenn jemand stirbt. Das hat ihnen eine Ärztin erklärt.

Man darf ruhig traurig sein

Sie wissen jetzt, dass man ruhig traurig sein darf und dass man nicht immer tapfer sein muss. Sie haben auch über Beerdigungen gesprochen, und sogar darüber, wie man jemandem, der im Sterben liegt, den letzten Schritt ein bisschen leichter machen kann. Vor allem aber haben sie verstanden, dass es gut ist, wenn man mit anderen über das Thema Tod sprechen kann. Denn das haben sie getan. Eine ganze Woche lang. Und wie toll sie damit umgehen können, darüber staunten gestern auch die Eltern der Viertklässler in der evangelischen Grundschule in Gardelegen.

„Diese Woche war aber auch eine Bereicherung für uns“, verriet Katrin Teßmer, sprach damit sicher auch für viele andere Eltern. Ihnen dankte Koordinator und Projektleiter Thomas Rehbein vom ambulanten Hospizdienst deshalb auch noch mal besonders.

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Vor allem dafür, dass auch sie sich auf das Experiment eingelassen hatten. „Vielleicht hat das Thema ja auch manches Schwere in Ihnen ausgelöst“, so Rehbein. „Deshalb Danke, auch fürs Aushalten.“

Bereichernde Arbeit

Aber auch für sein Team, von denen einige das Projekt schon zum zweiten Mal begleiteten, sei die Arbeit mit den Kindern sehr bereichernd gewesen, versicherte er. Einige hatten sogar Urlaub genommen, um dabei sein zu können.

„Ich bin immer wieder berührt, wie die Kinder auch miteinander umgehen“, erzählte zum Beispiel Monika Möller. Gemeinsam mit den Begleiterinnen Joanna Zerneke, Sabrina Melzer, Edelgard Schoft und Koordinatorin Kathleen Tanger hatte auch sie eine Gruppe übernommen. Alle fünf hatten mit den Kindern jeweils einen Tag zu einem bestimmten Thema gestaltet, das gestern nun vorgestellt wurde – und zwar ziemlich souverän und fantasievoll, von jeder Gruppe auf eine ganz eigene Art.

„Alle Menschen verändern sich, und auch wir haben uns verändert“, erzählte zum Beispiel Sara Goetzki, die sich in ihrer Gruppe mit dem Thema „Werden und Vergehen“ beschäftigt hatte.

Und das stimmt wohl – nicht nur für das Poster, das sie gebastelt hatten. Denn mit diesem Projekt sind die Viertklässler ganz sicher auch ein bisschen erwachsener geworden. Und auch ein bisschen mutiger und klüger.