Gardelegen l Die Themen Kinder und Tod - das passt auf den ersten Blick nicht wirklich zusammen. Sie stehen am Anfang ihres Lebens, sind lebhaft und verspielt, wobei der Tod ernst und endgültig ist. Dass Kinder jedoch unzählige Fragen über den Tod und das Sterben haben, das zeigten sie am Dienstagmorgen in einem Raum der evangelischen Grundschule Gardelegen.

Verschiedene Themengebiete

Dort waren Mitarbeiter des Ambulanten Hospizdienstes zu Gast. „Wir veranstalten das Projekt ‚Hospiz macht Schule‘ nach 2018 und 2019 in diesem Jahr zum dritten Mal an der Einrichtung“, erklärte Thomas Rehbein, Koordinator des Dienstes. Dabei sprechen sie binnen einer Woche über fünf großes Themengebiete: „Das Werden und Vergehen“, „Krankheit und Leid“, „Sterben und Tod“, „Vom Traurig-Sein“ sowie „Trost und Trösten“.

Angst vor dem Thema, das Erwachsene oft und nur allzu gern verdrängen, hatten die Jungen und Mädchen offensichtlich nicht. Verständlich, die meisten Kinder wissen vom Tod und begegnen ihm täglich (fiktive Tode in Filmen, Cartoons, Büchern oder reale, aber ferne Tode in den Nachrichten). So waren sie sehr neu- und wissbegierig, hatten viele Fragen, die sie gestern an Dr. Urte Kreißl richten konnten, die sich für jede Antwort Zeit nahm.

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Fragen der Kinder

„Ich finde es sehr wichtig, dass man bereits Kinder an diese Themen heranführt und sie aufklärt“, schätzte Dr. Urte Kreißl nach ihrem einstündigen Aufenthalt bei den Schülern ein, die an der evangelischen Grundschule in Gardelegen unterrichtet werden. „Wie lange muss man studieren, um Ärztin zu sein“, „War schon mal ein aggressiver Patient in Ihrer Praxis“, „Wollten Sie schon immer Ärztin werden“ oder „Macht Ihnen die Arbeit Spaß?“, waren nur einige der Fragen, die die Gardelegener Fachärztin für Innere Medizin und spezialisierte Palliativmedizinerin,beantwortete.

„Am Anfang waren die Eltern bei einer Elternversammlung teilweise skeptisch, ob die Kinder an das Thema Tod oder Sterben herangeführt werden sollten“, erzählte Thomas Rehbein. Doch erfahrungsgemäß könne er jedoch sagen, dass die Eltern im Nachhinein bislang immer dankbar waren, dass die Mitarbeiter des Ambulanten Hospizdienstes die Hospizwoche in der Schule anbieten. Denn die Kinder seien sehr interessiert an den Themen, würden gut mitarbeiten, sich einbringen und hätten auch noch keine Scheu, sich mit Tod und Sterben auseinanderzusetzen.

Zum Abschluss der Projektwoche werden die Kinder ihren Eltern am Freitag vorstellen, was sie alles zum Thema gelernt haben. Geplant sei auch für das kommende Schuljahr wieder eine Hospizwoche.