Berge l Zur Hubertusmesse gehören nun mal auch Hubertustropfen, meinte die Kirchenälteste Marlis Hildebrandt mit einem strahlenden Lächeln und überreichte den Bläsern der Parforcehorngruppe Mildetal unter Leitung von Rüdiger Kass die kleine Flaschenstärkung. Hubertustropfen bot sie auch Pfarrer Johannes Bönecke an, der aber lachend ablehnte mit dem Hinweis, er müsse schließlich noch Auto fahren.

Ob mit oder ohne Hubertustropfen – die Besucher der nunmehr 13. Hubertusmesse in der voll besetzten Berger Kirche erlebten einen überaus ansprechenden Gottesdienst zu Ehren des Heiligen Hubertus, dem einstigen Hubertus von Lüttich.

Kaffeetafel in der Kirche

Die Mildetaler Parforcehorngruppe überzeugte einmal mehr mit ihrem professionellen musikalischen Können. Mit Josi Mette, Martin Kausche, Jan-Ole Brune und Frederik Brune erfreuten auch vier junge Nachwuchsbläser die Besucher der Hubertusmesse. Die Männergesangvereine Berge und Engersen intonierten Volks- und Jagdlieder. Für Schmunzeln im Publikum und auch beim Pfarrer sorgte das Lied vom Jäger, der, statt zur Jagd zu gehen, lieber bei der schönen Müllerin nächtigte. „Auf das letzte Lied will ich jetzt nicht näher eingehen“, betonte dann auch Pfarrer Bönecke, wohl aber auf die Jagd und auf die Jäger. Er erzählte von der Beerdigung eines leidenschaftlichen Jägers. Beim Trauerkaffee wurde er von der Familie auch ins Jagdzimmer geführt. An der Wand hingen zahlreiche Trophäen. „Die Jäger sind für mich schon ein besonderes Völkchen“, so Bönecke. Ihm jedenfalls gehe jedes Mal das Herz auf, wenn er bei Waldspaziergängen das Glück habe, Rehe oder Hirsche zu beobachten.

„Ich sehe die Tiere lieber in freier Wildbahn als an der Wand“, räumte Bönecke ein. Obgleich er natürlich auch die Notwendigkeit der Jagd sehe mit Blick auf Fraßschäden, Wildschäden auf den Feldern oder auf die zahlreichen Wildunfälle und die Zwänge der Abschusspläne. In der Bibel stünde, dass die Tiere des Waldes und des Feldes nicht nur Teil des einzigartigen Schöpfungswerkes Gottes seien, sondern sie auch unter seinem ganz besonderen Schutz stünden. Die Verantwortung für diesen Teil der Schöpfung hätten nun die Jäger übernommen.

Pfarrerin wird bald erwartet

Die Hubertusmesse in Berge geht zurück auf eine Initiative des Hegeringes Estedt, der alljährlich auch in eigener Regie den Altarbereich jagdlich schmückt. Die wunderschöne herbstliche Dekoration des Gotteshauses mit Blumen und bunten Blättern hatte Marlis Hildebrandt übernommen. Olaf Storm vom Gemeindekirchenrat war für die Koordination zuständig. Die Frauen der Berger Sportgruppe sowie fleißige Bäckerinnen aus dem Dorf hatten für ein reich gedecktes Kuchenbüfett gesorgt, das nach der Hubertusmesse in der Kirche eröffnet wurde.

Für Johannes Bönecke war es übrigens die letzte Predigt in Berge. In absehbarer Zeit soll eine Pfarrerin den Kirchenbereich Estedt übernehmen.