Musikalische Bildung

Irina Schwarz, 32 Jahre alt, ist studierte Musikpädagogin und neue Lehrerin an der Musikschule in Gardelegen

Klavier, Keyboard, Gesang, Blockflöte, Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassflöte, musikalische Früherziehung – die neue Lehrerin in der Gardelegener Außenstelle der Kreismusikschule ist sehr vielseitig. Sie freut sich auf ihre Arbeit und auf viele musik- oder auch tanzbegeisterte Schüler.

Von Cornelia Ahlfeld
Irina Schwarz ist die neue Lehrerin in der Gardelegener Musikschule, hier mit ihrem Kollegen Jürgen Genz.
Irina Schwarz ist die neue Lehrerin in der Gardelegener Musikschule, hier mit ihrem Kollegen Jürgen Genz. Foto: Cornelia Ahlfeld

Gardelegen - Sie sei herzlich begrüßt und aufgenommen worden, wie in einer Familie. Sie habe sich sofort wohlgefühlt. „Mir ist so, als wäre ich schon ein paar Jahre hier“, sagt Irina Schwarz. Die 32-Jährige ist die neue Lehrerin in der Musikschule in Gardelegen. Seit dem 1. Juli arbeitet sie in einer Festanstellung in der Einrichtung. Hauptarbeitsort ist Gardelegen. Einmal in der Woche fährt sie nach Salzwedel, um im Hauptsitz der Kreismusikschule zu unterrichten.

Ein weiter Weg, denn gebürtig stammt Schwarz aus Kasachstan. Als die Mauer fiel, sind ihre Eltern nach Deutschland gefahren und entschieden sich – für Deutschland als Wohn- und Arbeitsort. So kam Irina Schwarz mit zwei Jahren nach Deutschland. Aufgewachsen ist sie in einem Ort in der Grafschaft Bentheim, nahe der niederländischen Grenze. Studiert hat sie in Osnabrück – elementare Musikpädagogik. „Ich habe schon ganz früh angefangen mit Singen“, erzählt Schwarz. Ihr Großvater war Konzertpianist. Zu Hause gab’s ein Klavier. „Irgendwann wollte ich auch Klavier spielen“, erinnert sich die 32-Jährige. Sie ging dann bei einer überaus strengen Klavierlehrerin in die Schule. „Ich musste jeden Tag mindestens eine Stunde Klavier spielen. Dann wollte ich aufhören, durfte aber nicht. Meine Mutter hat gesagt, was ich angefangen habe, muss ich auch zu Ende bringen“, so Schwarz. Elf Jahre besuchte sie die Musikschule. Schon als junger Mensch sei für sie klar gewesen, sie wolle beruflich etwas mit Musik machen, aber sie habe auch immer Lehrerin werden wollen. Mit ihrem Studium konnte sie beides verbinden. Einige Jahre habe sie dann an einer privaten Musikschule unterrichtet.

Kreatives Tanzen geplant

Irgendwann habe der Familienrat getagt. „Bewirb dich in ganz Deutschland“, sei das Ergebnis gewesen. Sie hatte sich auch überall beworben, nur in eine „Riesen-Mega-Stadt“ habe sie nicht gewollt. „Und dann kam ich zum Vorstellungsgespräch nach Salzwedel. Die Gegend hier hat mir sofort gefallen. Ländlich, sehr schön. Ich komme ja selbst auch aus einer ländlichen Gegend“, sagt Irina Schwarz. Und sie habe dann inständig gehofft, „bitte, bitte, nehmt mich“. Und sie wurde genommen, mit einer Festanstellung in Vollzeit. Klavier, Keyboard, Gesang, Flöten, musikalische Früherziehung, mit Klassen musizieren in Grundschulen – die neue Lehrerin kann vieles abdecken. Und sie will Coverdance, kreatives Tanzen, neu einführen.

Zurzeit lebt sie in einem Ort bei Wolfsburg. Sie hofft, dass sie irgendwann ein Häuschen zur Miete findet, um in Gardelegen heimisch zu werden. Irina Schwarz ist verheiratet und hat zwei Kinder, einen vierjährigen Jungen und ein fünfjähriges Mädchen.

„Wir freuen uns sehr über die neue Kollegin“, sagt denn auch Musikschullehrer Jürgen Genz. Irina Schwarz tritt quasi die Nachfolge von Claudia Zille, langjährige Lehrerin an der Musikschule, an. Sie war Mitte März in den Ruhestand gewechselt. Mehr als zwei Kindergenerationen hatte sie unterrichtet – in Gesang, Gitarre, Flöte und in der musikalischen Früherziehung.