Gardelegen l Die Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe Gardelegen erinnert mit einer Gedenkveranstaltung an das Massaker in der Isenschnibber Feldscheune, das sich in diesem Jahr zum 73. Mal jährt. Aus diesem Anlass sind Interessenten zu zwei öffentlichen Veranstaltungen in Gardelegen eingeladen. Beide widmen sich dem diesjährigen Thema des Jahrestages: „Gardelegen im Blick der alliierten Befreier“. Der Eintritt zu den Veranstaltungen und zum Besuch der Ausstellung ist frei.

Um allen Interessierten die Teilnahme und ein Gedenken an die Ermordeten am historischen Tat- und Begräbnisort zu ermöglichen, findet die öffentliche Gedenkveranstaltung in diesem Jahr mit Rücksicht auf den jüdischen Ruhetag Sabbat nicht am Freitag, 13. April, sondern am Sonntag, 15. April, statt. „Zugleich würdigt dieses Datum die historische Entdeckung des Tatorts durch die US-Streitkräfte am 15. April 1945“, wie Gedenkstättenleiter Andreas Froese-Karow erläutert.

Rede von Timothy Eydelnant

Zur Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung sind Interessenten am Sonntag, 15. April, eingeladen. Die einstündige Veranstaltung beginnt um 11.30 Uhr in der Gedenkstätte. Die Gedenkrede hält in diesem Jahr Timothy Eydelnant, US-Generalkonsul für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Bereits am Freitag, 13. April, eröffnen um 18 Uhr im Rathaussaal die Stadt Gardelegen und die Gedenkstätte die Ausstellung „Gardelegen, April 1945. Amerikanische Dokumentaraufnahmen nach dem Massaker“. Die Ausstellung zeigt, wie die US-amerikanischen Truppen auf ihre Entdeckung des Tatorts in der ausgebrannten Feldscheune reagierten, die Spuren des Massakers dokumentierten und die Bevölkerung vor Ort mit dem Verbrechen konfrontierten. Vom 16. bis zum 20. April ist die Ausstellung während der Öffnungszeiten im Rathaus Gardelegen zu sehen: Montag und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr, Donnerstag von 9 bis 12 Uhr und 13 von 16 Uhr.

Der 73. Jahrestag des Massakers in der Isenschnibber Feldscheune erinnert an die Ermordung von 1016 KZ-Häftlingen aus den Konzentrationslagern Mittelbau-Dora und Hannover-Stöcken in der Nacht vom 13. auf den 14. April 1945. Es handelte sich um eines der größten nationalsozialistischen Todesmarschverbrechen in Europa, wie Froese-Karow erklärt.