Gardelegen l Wie verbringen Sie den Jahreswechsel? Was steht auf der Silvestertafel? Lassen Sie Raketen in den Himmel steigen? Haben Sie Vorsätze für das neue Jahr oder Wünsche? Das sind einige Fragen, die die Gardeleger Volksstimme-Redaktion vor einigen großen Einkaufsmärkten Passanten gestellt hat. Viele Gespräche wurden geführt. Nicht längst alle Gesprächspartner sind mit Namen und Foto auf dieser Seite abgebildet. Einige waren noch im Einkaufs- und Vorbereitungsstress, viele wiederum beantworteten gut gelaunt und geduldig die Fragen der Redakteurinnen.

Ganz entspannt lassen beispielsweise Uwe Hähnsen und Heike Kunz die Silvesterparty angehen. Gefeiert wird daheim, ganz in Ruhe, bei Heringssalat nach Omas altmärkischem Rezept. Geknallt wird grundsätzlich nicht. „Wegen der Tiere, und außerdem ist das rausgeschmissenes Geld“, erzählt der 63-Jährige. Wünsche hat das Paar auch keine. Nur einen: „Der Frieden ist uns wichtig. Vieles können wir hier leider nicht ändern, sonst hätten wir schon die Trumps dieser Welt längst vom Thron geholt“, sagt Uwe Hähnsen.

Mit Champagner anstoßen

Auch bei Annerose und Klaus Ehlers geht es ganz ruhig zu. Silvester feiert das Paar zu Hause in Gardelegen. „Meine Frau kocht ein Überraschungsmenü. Da freue ich mich schon drauf“, erzählt Klaus Ehlers. Traditionsgerichte zu bestimmten Feiertagen gebe es dagegen im Hause Ehlers nicht. Zu Mitternacht wird dann mit einem Glas Champagner auf das neue Jahr angestoßen. Danach steht ein Spaziergang mit Dobermann Timber auf dem Programm. „Der ist nämlich schusssicher, wie die Jäger sagen würden“, betont schmunzelnd der einstige Gymnasiallehrer. Geknallt wird nicht. Und Wünsche fürs neue Jahr? „Wir haben alles, was wir brauchen. Ich würde mir aber wünschen, dass die Menschen einfach wieder etwas menschlicher werden. Und das nicht nur hier in Gardelegen“, sagt Ehlers.

Die Jugend dagegen will feiern – fröhlich, unbekümmert, mit viel Spaß, lustigen Gesprächen und auch mit Raketen und Lichtersignalen am Silvesterhimmel. Zehn junge Männer werden sich am Silvesterabend in Letzlingen treffen, darunter Maurice Lenz und sein Bruder Pascal, Steffen Kleine, alle drei aus Letzlingen, sowie Jonas Feilhaber aus Roxförde. Am Wochenende erledigten sie noch letzte Besorgungen für die kleine private Feier, bei der gegrillt werden soll. Raketen werden dann auch in den Himmel steigen. „Aber alles, was nur knallt, das wollen wir nicht. Da hat man nichts von“, sagt Jonas Feilhaber. Besondere Wünsche für 2019 hat der 21-Jährige keine: „Wir sind ganz zufrieden.“

Statt böllern lieber spenden

Mit Pfannkuchen, Kartoffelsalat, Gurkensalat und gebratenem Hähnchen wird Silvia Bütow aus Mieste den Jahreswechsel feiern. Gemeinsam mit ihren fünf Kindern und mit den Enkelkindern wird sie in Algenstedt bei ihrem Sohn feiern. Silvesterraketen werden dafür auch besorgt, der Kinder wegen. „Ich kaufe aber nur Raketen im Wert von 20 Euro. Ich spende lieber für die Johanniter“, sagt sie. Eine Rakete wird als Gruß an die Großeltern hochgeschickt, „Weil die da oben sind“, so Bütow. Für das neue Jahr wünscht sie sich Gesundheit. Einen guten Vorsatz hat sich ihr Sohn Hendrik (21) vorgenommen. Er möchte mit dem Rauchen aufhören.

Ebenfalls bei der Familie, bei den Eltern in Zienau, feiert Janette Buschmann aus Kassel. Mit ihrem Lebensgefährten und dem Sohn ist sie über die Feiertage zu Besuch. Heute Abend wird es Heringssalat und von Oma gebackene Pfannkuchen geben. Ihr Wunsch: „Frieden auf der Welt“

Bleiben, wie man ist

Rita Brohmann wird zu Hause in Zienau mit ihrem Mann feiern. Um Mitternacht werden sie aus dem Fenster zusehen, wie die Nachbarn böllern. Sie selbst werden sich daran nicht beteiligen. Silvesterknaller lehnt auch Benno Beckers ab, „der Tiere und der Umwelt“ wegen, so der Gardeleger. Sein guter Vorsatz: „Ich will so bleiben, wie ich bin.“