Kalbe l „Ich weiß noch genau, wie wir angefangen haben“, sagt Jana Weinhold und muss lachen. Die kaufmännische Leiterin der Kalbenser Median-Klinik gehört zu den rund 30 Beschäftigten der insgesamt 120 Mitarbeiter zählenden Belegschaft, die von Anfang an dabei sind. Am 3. April 1995 fiel der Startschuss.

„Wir fanden uns damals morgens in einer leeren Klinik wieder. Nach der Ansprache des Chefs“, der damals Christian Rettberg hieß, „ging es für uns auf die einzelnen Ebenen und der Auftrag lautete, alles einzuräumen. Patienten waren noch nicht da“, sagt Jana Weinhold. Aber sie sollten nicht mehr lange auf sich warten lassen ...

Zeit, Danke zu sagen

Gern hätte die kaufmännische Leiterin der Klinik während des Tages der offenen Tür, der just am 3. April 2020 geplant war, und während einer Belegschaftsfeier, die am 24. April folgen sollte, von dieser und weiteren Erinnerungen berichtet. Doch alle Veranstaltungen zum 25-jährigen Bestehen der Rehabilitationseinrichtung, die der größte Arbeitgeber in Kalbe ist und die sich trotz infrastrukturell bedingter Standortnachteile in Sachen Patientenzufriedenheit immer wieder auf vorderen Plätzen findet, sind erst einmal abgesagt.

„Die Corona-Krise hat uns das weggenommen“, sagt Jana Weinhold mit großem Bedauern in der Stimme. Doch gleich darauf gibt sie sich wieder kämpferisch: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wir lassen das nicht unter den Tisch fallen“, betont sie. Das sei man auch dem Team schuldig.

Nach wie vor gut belegt

Denn die Stimmung im Hause sei von einem großen Vertrauen geprägt, dass diese Krise gemeinsam gemeistert werde, betont die Chefin. Und im Gegensatz zu damals am 3. April 1995 ist die Klinik jetzt ja auch alles andere als leer. „Wir sind nach wie vor gut belegt und versorgen mehr als 100 Patienten“, sagt Jana Weinhold.

Dennoch gebe es natürlich Ängste. Und es seien selbstverständlich Maßnahmen ergriffen worden, um die Patienten und das Personal so gut wie möglich zu schützen. Dazu gehöre neben dem Einsatz von Schutzausrüstungen, dem Installieren von Schutzscheiben und dem Achten auf Mindestabstände zum Beispiel auch eine gestaffelte Esseneinnahme.

Veranstaltungen im Herbst

In der Median-Klinik erfolgen aktuell ausschließlich Anschlussheilbehandlungen. Klassische Heilverfahren, auch Kuren genannt, sind vom Gesetzgeber derzeit gänzlich ausgesetzt. Das bedeutet aber im Umkehrschluss auch, dass in der Reha-Einrichtung, in der es eine Abteilung für Krebsnachsorge und eine für Orthopädie gibt, auch darauf gehofft wird, dass in den Akutkrankenhäusern bald wieder ein regulärer Betrieb inklusive aufschiebbarer Operationen erfolgen kann.

Und dann sollen natürlich auch der Tag der offenen Tür und die Feier für die Mitarbeiter nachgeholt werden. Einen Termin im Herbst hat Jana Weinhold dafür schon vorsorglich gesichert. „Es ist einfach an der Zeit, Danke zu sagen. Denn was unsere Mitarbeiter leisten“, sagt sie, „ist enorm“.