Jeseritz l Eigentlich war sie viel zu schön, um sie anzuschneiden. „10 Jahre Jeseritzer Grisus“ stand auf der mit dem kleinen Feuerwehrdrachen verzierten Torte. Dennoch setzte Anja Baumann mit ihren ersten beiden Schützlingen, Emily Hüls und Diana Tendler, beherzt das Messer an. Schließlich wurde mit vielen Gästen das erste runde Jubiläum der Jeseritzer Kinderfeuerwehr gefeiert, die mittlerweile seit zehn Jahren besteht und eine Erfolgsgeschichte darstellt, wie Kinderfeuerwehr-Chefin Anja Baumann vor dem Festmahl zurück blickte.

Beim ersten Dienst schon 15 Kinder dabei

„Vor knapp elf Jahren sah es ziemlich mau aus in der Jugendfeuerwehr.“ Der Nachwuchs fehlte. Die Jugendwehr hatte nur drei Mitglieder. Deshalb wurde in der Jeseritzer Ortswehr überlegt, so wie die Dannefelder – sie waren die Ersten, mittlerweile gibt es 14 im Feuerwehrverband Gardelegen – eine Kinderfeuerwehr ins Leben zu rufen. „Und der Ortswehrleiter“, blickte Anja Baumann mit einem Lächeln zu ihrem Papa Olaf Wendorff, „war so nett, mich zum entsprechenden Lehrgang anzumelden.“ Da allerdings habe sie noch nicht mit dem Aufwand gerechnet, „aber wir haben es einfach gemacht“.

Am 19. Dezember 2009 war es dann soweit. Mit Diana Tendler und Emily Hüls, sie waren die ersten beiden Mitglieder, wurde die Kinderfeuerwehr gegründet. Beim ersten Dienst waren dann schon 15 Kinder dabei. Eine Weile habe sie sich, so Anja Baumann, allein „hingemuselt“, dann aber Unterstützung von ihrer Mama Doris Wendorff und kurz darauf von Michael Bolze erhalten, der er an einem Lehrgang Teilnahme und Betreuer der Jeseritzer Grisus wurde. Schnell folgten die ersten großen Veranstaltungen. Der erste Orientierungsmarsch der Kinderfeuerwehren fand in Jeseritz statt. Viermal waren die Grisus bereits im Zeltlager. Besucht wurden auch verschiedene Parks. Es gab Übernachtungen im Gerätehaus, Nachtwanderungen, jedes Jahr eine Halloween-Feier und den Weihnachtsmarkt, organisiert mit der Jugendfeuerwehr. Der fiel in diesem Jahr zwar aus. Dafür gibt es aber, so Anja Baumann, am Sonnabend, 1. Februar, eine Winterquizwanderung mit anschließendem Grünkohlessen.

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„Wir wären aber nie so weit gekommen, ohne die Unterstützung aus der eigenen Wehr“, bedankte sich Anja Baumann. Sie dankte auch den Betreuern Ann-Marie John, Anika Wendorff, Oliver Lübke, Christian Wendorff und Michael Bolze sowie den Jugendfeuerwehrwarten Ralf Fuhlbrügge (Jeseritz) und Sven Schulze (Potzehne, dem Kreisfeuerwehrverband Gardelegen, den Sponsoren, wie beispielsweise dem Förderverein der Potzehner Wehr für Kapuzenjacken, und den Eltern, die im Zeltlager fleißig mit anpacken. „Auch lieben Dank an euch Kinder, dass ihr uns erfreut mit eurer Freude an der Kinderfeuerwehr. Wir hoffen, dass viele nachkommen und nie um Mitglieder kämpfen müssen.“

Geschenke und zahlreiche Glückwünsche

Danach sieht es momentan nicht aus, denn immer um die 15 Mädchen und Jungen machen bei den Jeseritzer Grisus mit. Viele Kinder gehen anschließend in die Jugendfeuerwehr. Die ersten Mitglieder sind auch schon im aktiven Dienst, haben ihren Grundlehrgang absolviert. Dazu zählen Lukas Hüls, Lukas Schulze, der sich wie Diana Tendler zum Betreuer ausbilden lässt, und Albert Knake.

Zum Geburtstag gab es zum einen Geschenke für die Kinder, nämlich neue T-Shirts von den Kinderfeurwehr-Betreuern und feuerwehrrote Trinkflaschen von den Jeseritzer Aktiven, zum anderen Glückwünsche. Jeseritz´ Ortswehrleiter Olaf Wendorff hofft, dass weiterhin viele Kinder in den aktiven Dienst gehen und dankte den Eltern, dass sie ihre Kinder in die Feuerwehr schicken.

Ingo Kaufholz gratulierte im Namen des Gardelegener Kreisfeuerwehrverband und überreichte eine Urkunde und 150 Euro. Von ihm persönlich gab es auch noch ein großes Frühstücksbrett, auf dem der Grisu und das Jeseritzer Feuerwehrwappen eingraviert waren, sowie viel Lob für Anja Baumann und ihr Team sowie für die Jeseritzer Feuerwehr. Diese sei eine von den Feuerwehren, wo es stimmig sei. „Von den Kindern über die Jugend bis zu den Aktiven ist es eine wunderschöne Arbeit.“

Für die Mädchen und Jungen gab es dann noch eine Überraschung von ihren Betreuern, nämlich Popcorn und eine Fahrt nach Salzwedel. Dort schauten sie sich im Kino die „Eiskönigin 2“ an.