Zichtau l 26 Jahre alt war er und gerade von der Armee zurück, als das lange geplante Waldbad in Zichtau – die Grundsteinlegung erfolgte schon 1960 – nun endlich Realität werden sollte. Herbert Hampl erinnert sich noch genau an das Jahr 1968. Damals ließen sie das Wasser aus dem schon bestehenden Teich, der zum Baden genutzt wurde, und begradigten die Fläche. Dann wurde eine Scheune in Lindenbreite abgerissen, weil die Feldsteine des Fundamentes für die Grundmauern des Bades benötigt wurden.

Steine schleppen für’s Bad

Das war eine ganz schöne Plackerei, erzählt Hampl. Die Steine wurden zwar noch zum neuen Standort gefahren, aber vom Hänger aus mussten sie mit Säcken zum künftigen Becken geschleppt werden. Zum Glück bekamen die Zichtauer Hilfe mit Technik und Manneskraft aus Schwiesau, Engersen, Breitenfeld und Wiepke – und auch von der russischen Panzerdivision, die in Gardelegen stationiert war. Die Waffenbrüder schoben nach dem Mauern noch einmal den Grund des Teiches aus, um eine schöne Tiefe zu bekommen.

Ein Jahr später, also 1969, konnte das Bad dann feierlich vom damaligen Bürgermeister Hans Herrmann und dem Chef der Schweinemast-Anlage in Schwiesau, Hermann Schartmann, eröffnet werden. Und auch dafür hatten sich die Zichtauer etwas Besonderes überlegt, wie Hampl berichtet. In Gardelegen gab es einen achteckigen Kiosk, den sie auf Nachfrage ab- und in Zichtau für das Fest wieder aufbauen durften. Damit war der Beschluss der damaligen Gemeindeverwaltung aus dem Jahr 1960, Zichtau als Ausflugsort mit einem Bad noch schöner zu machen, umgesetzt.

Bilder

Daran und an vieles mehr erinnerte auch ein Film von Michael Fuhrmann, der bei der offiziellen Eröffnung des Waldbadfestes gezeigt wurde. Zuvor allerdings trafen sich zahlreiche Zichtauer und ihre Gäste zu einem Erinnerungsfoto. Dann waren alle ins Festzelt eingeladen, wo sie vom Vorsitzenden des Fördervereins (FV) Freunde des Waldbades Zichtau, Harald Wedler, begrüßt wurden. Dabei begann er mit den „Wichtigsten“, nämlich den Zichtauern und Helfern, die sich engagieren, damit das Waldbad weiter lebt.

Mit Stolz auf das neue Bad gucken

Im Anschluss gab es Blumen für Bürgermeisterin Mandy Zepig als Dank an die Verwaltung und für Borusso von Blücher in Vertretung von Hasso von Blücher, dem Unterstützer vom Gut, der laut Wedler auch durch die Stiftung Zukunft Altmark ein Segen für den Ort ist. Stellvertretend für die damaligen Erbauer wurde Herbert Hampl und für die „fleißigen Beetfrauen“, die immer alles in Ordnung hielten, Erika Gaede mit einem blumigen Dankeschön bedacht. Und auch die, die in den vergangenen Jahren so viel Energie in den Erhalt des Waldbades gesteckt haben, wurden nicht vergessen. Stellvertretend gab es einen Strauß für Astrid und Ralf Läsecke.

Die Ortsbürgermeisterin erinnerte anschließend an die Höhen und Tiefen im Bestreben seit dem Jahr 2010, das Waldbad zu erhalten: „Die Zichtauer mussten viel arbeiten.“ Zig Arbeitseinsätze standen auf dem Programm. „Doch heute können wir mit Stolz auf das neue Bad gucken.“ Das Schönste dabei sei, dass Alt und Jung so gut zusammenarbeiten. Das war auch bei der Festvorbereitung so. Deshalb bedankte sie sich insbesondere bei den „Motoren für das Fest“, Vanessa Knies und Lukas Kösterke, mit Blumen und einem Gutschein.

Blumen gab es von ihr außerdem für Dagmar Bauer und Norbert Bucklitsch von der Gardelegener Stadtverwaltung sowie gesprochene Dankesworte an alle Helfer und Sponsoren sowie an die Feuerwehr Wiepke, der die Zichtauer als Löschgruppe angehören. Dann waren es der Worte genug und es konnte gefeiert werden. Zunächst waren alle ans Buffet gebeten. Dafür hatten die Jäger fünf Rehe und zwei Schweine geschossen, die von der Ferienpark-Crew zu Wildgulasch verarbeitet wurden. Am Sonntag wurde die Badesaison im Waldbad mit einem Piratenfest eröffnet.