Jugendweihe

Jugendweihe wieder im Kulturhaus Kalbe: 70 Mädchen und Jungen in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen

 70 Jugendliche aus Kalbe und Umgebung feierten ihre Jugendweihe. Die Feierstunde dazu fand nach mehr als einem Jahrzehnt wieder im Kalbenser Kulturhaus statt. Der Interessenverein Jugendweihe möchte die Tradition der Jugendweihen dort in Zukunft fortführen.

Von Von Doreen Schulze
Amelie Zabel und Jannis Sczepanek, der das Sportgymnasium in Halle besucht, aber seine Jugendweihe in der Heimat feiern wollte, erhalten Gratulationen von Andrea. Schomburg, Geschäftsstellenleiterin der Sparkasse Altmark West in Kalbe, die mit dem Interessenverein Jugendweihe kooperiert.
Amelie Zabel und Jannis Sczepanek, der das Sportgymnasium in Halle besucht, aber seine Jugendweihe in der Heimat feiern wollte, erhalten Gratulationen von Andrea. Schomburg, Geschäftsstellenleiterin der Sparkasse Altmark West in Kalbe, die mit dem Interessenverein Jugendweihe kooperiert. Foto: Doreen Schulze

Kalbe - Nach mehr als einem Jahrzehnt war das Kalbenser Kulturhaus wieder Feierstätte für die Jugendweihen. „Es gab in diesem Jahr so viele Anmeldungen aus Kalbe und Umgebung. Die Jugendlichen mit ihren Familien hätte alle gar nicht in das Schützenhaus in Gardelegen hineingepasst“, begründete Gabriele Jacobs vom Interessenverein Jugendweihe, Geschäftsstelle Gardelegen. Im Schützenhaus fanden in den zurückliegenden Jahren die Jugendweihen jeweils statt.

Allein aus den beiden achten Klassen der Kalbenser Sekundarschule gab es diesmal schon 50 Anmeldungen. Hinzu kamen 20 Jugendliche aus dem Gardelegener Gymnasium, die aber im Bereich Kalbe zu Hause sind. Wie Jacobs sagte, möchte sie die Tradition, im Kulturhaus Kalbe Jugendweihen stattfinden zu lassen, gern wieder aufnehmen. Sie erwähnte die gute Zusammenarbeit mit der Stadt, die dies ermögliche. Ebenso bedankte sie sich bei den Elternvertretern der Klassen und bei den Klassenlehrern der beiden  achten Klassen der Sekundarschule, Monika Büst und Susann Lötge. Letztere gaben Informationen rund um die Jugendweihe weiter und nahmen an der Feierstunde teil. „Das ist nicht selbstverständlich.“

Tradition soll wieder aufgelegt werden

Für die insgesamt 70 Jugendlichen, die am Sonnabend in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen worden sind, fanden drei Veranstaltungen statt. Anders als in den Vorjahren saßen diesmal coronabedingt die Jugendweihlinge nicht gemeinsam vorn in der ersten Reihe. Sie saßen jeweils bei ihren Familien. In Pandemiezeiten war Abstandhalten oberstes Gebot. Und statt nach Parfüm roch es nach Desinfektionsmittel, brachte es Moderatorin Janine Klesinksi auf den Punkt.

Sie begleitet die Feierstunden der Jugendweihen bereits seit mehreren Jahren. Auch in diesem Jahr ließ es sich die junge Mutter nicht nehmen, durch die Feierstunden zu führen. Auch mit acht Monate altem Kleinkind hinter der Bühne.

Für die 70 Jugendlichen war es ein besonderer Tag mit jeweils besonderen Feierstunden. „Traut Euch laut zu sagen, was Ihr vom Leben erwartet“, gab Andreas Höppner, Landtagsabgeordneter (Die Linke) den Jugendlichen mit auf den weiteren Lebensweg. Er begleitet als Festredner die Jugendweihen seit mehreren Jahren. Er ermutigte die jungen Leute, die an der Schwelle zum Erwachsensein stehen, sich nicht davor zu scheuen, anders zu sein. Nicht achtlos mit der Masse mitlaufen, aber auch nicht Egoist sein, darin liege das richtige Maß. Die zunehmende Selbstständigkeit rege an, Dinge zu hinterfragen. Den Jugendlichen wünscht er, dass sie das erhalten, was sie sich vom Leben erhoffen. „Erwachsensein heißt nicht, aufhören zu träumen. Erwachsensein heißt, die Träume zu leben.“