Letzlingen l Knotentechnik, Schläuche koppeln, Verbände anlegen und ganz viel Wissen über Löschtechnik: Im Letzlinger Feuerwehrgerätehaus haben die jüngsten Feuerwehrleute gezeigt, was sie schon alles können und sich der Prüfung zur Jugendflamme gestellt. Sechs Mitglieder der Jugendfeuerwehr lösen die Aufgaben. Und der siebte im Bunde, der an dem Tag das erste Mal dabei ist, hat erstmal das Opfer gespielt und sich für das Anlegen der Verbände zur Verfügung gestellt.

Neu im Kreis der Jugendflamme-Träger sind nun Joy-Alix Torge und Hanna Meier, die sich an diesem Tag zum ersten Mal der Prüfung unterziehen. Die vier anderen Teilnehmer haben das Abzeichen bereits, sie machen aber zur Gesellschaft mit, und ein wenig zusätzliche Übung kann ja auch nicht schaden.

Elias Gieler ist schon ein alter Hase. Der Elfjährige hat die theoretische Prüfung hinter sich und steht nun mit dem Seil in der Hand da, bereit zur Knotenprüfung. „Na, bist du auch der richtige?“, fragt Jugendwart Jan Schmalwaßer misstrauisch und schiebt ihm den Helm aus dem Gesicht. Dann nickt er zufrieden. Auf der Stirn erkennt er die kleinen Punkte, an denen man Elias von seinem Zwillingsbruder Colin unterscheiden kann. Man muss schon aufpassen, wenn es einen der Prüflinge „doppelt“ gibt. Aber Elias legt ohne Zögern los. Kreuzknoten und doppelter Ankerstich, Zimmermannsstich, Schotenstich, alles kein Problem. Ob an der Querstange oder am Stiel des Feuerwehrbeils, die Knoten sitzen perfekt.

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Nebenan rollt Joy-Alix Torge Schläuche aus. Die Rohre passen, die Anschlüsse funktionieren. Kopplung, fertig, jetzt nur noch den Schlauch für den Löschschaum-Behälter. Betreuer Timo Fenner nickt zufrieden. Der Schaumangriff steht, das Feuer wäre im Ernstfall blitzschnell gelöscht gewesen.

Druckverband ist Prüfungsaufgabe

Auch die Erste-Hilfe-Aufgabe stellt die Jungen und Mädchen vor keine größeren Schwierigkeiten. John Heine streckt den Arm aus, lässt sich abwechselnd einen normalen Verband und einen Druckverband anlegen und sieht dabei kerngesund aus. Der 13-Jährige ist, wie sein Jugendwehr-Kollege Niklas Hansel, eigentlich Gardeleger, beide gehen aber in Letzlingen zum Feuerwehr-Dienst, da sie aus dem Ort stammen.

Außerdem gehören Laufen und Schlauchtragen zum praktischen Teil der Prüfung, und auch die Aufstellung zum Einsatz wird geprüft.

In der Theorie müssen die Jungen und Mädchen einen korrekten Notruf absetzen können. Sie müssen sich mit Hydranten und deren Beschriftung auskennen, Knoten benennen und wissen, welches die wasserführenden Armaturen eines Feuerwehrautos sind.

Bestanden haben am Ende alle. Am Abend überreicht Jugendwart Jan Schmalwaßer die begehrten Nadeln an Joy-Alix Torge und Hanna Meier. Für die Wiederholer Lex Möller, Colin und Elias Gieler und Niklas Hansel gibt es Urkunden.

Die Letzlinger Jugendfeuerwehr hat derzeit acht Mitglieder. Sie treffen sich im Zwei-Wochen-Rhythmus sonnabends im Letzlinger Feuerwehrgerätehaus. Beginn ist jeweils um 10 Uhr, Dienstschluss um 12 Uhr. Neue Mitglieder sind willkommen.