Kalbe l „Eigentlich ändert sich nur der Vorname“, sagt Uwe Kunze lächelnd und macht damit deutlich, dass er weiter an den Kalbenser „Ratsstuben“ festhält. Spätestens im Februar wird der Hotelbetrieb wieder aufgenommen. Anfragen zur Nutzung des Saales und des Gaststättenraumes beziehungsweise des angrenzenden Freundschaftszimmers werden weiterhin entgegengenommen (siehe Textende). Und auch öffentliche Veranstaltungen soll es künftig wieder geben.

Die „Ratsstuben“ waren bis Ende Dezember von Sandra Kunze betrieben worden. Sie hat den Gastronomiebetrieb, den sie sieben Jahre lang führte, jedoch auf eigenen Wunsch aufgegeben und orientiert sich beruflich neu (Volksstimme berichtete).

2012 erworben

2012 hatte Uwe Kunze das Objekt erworben. „Ich habe damals aber nicht nur Geld, sondern ebenfalls viel Herzblut dort hineingesteckt“, sagt er. Drei Jahre lang, bis zur Trennung, hat er, wenn es sein Hauptberuf zuließ, mitgeholfen, den Hotel- und Gastronomiebetrieb voranzubringen. Oft stand der heute 48-Jährige auch selbst mit hinterm Tresen.

Das, so sagt er, wird dann in nächster Zeit sicherlich auch wieder häufiger vorkommen. Die „Ratsstuben“, in denen es neben dem Saal und der Gaststätte auch sieben Hotelzimmer gibt, sollen jedoch mit einem festen Team aus Hilfskräften weitergeführt werden. Gerade ist Kunze dabei, Personalgespräche zu führen. Denn er selbst ist im Hauptberuf technischer Gruppenleiter eines großen Baukonzerns und wird diese Arbeit auch nicht aufgeben, wie er betont. Er ist aber optimistisch, dass es dennoch gelingt, den Gastronomie- und Hotelbetrieb aufrechtzuerhalten – zumal dieser inzwischen ja auch einen Namen in der Region hat. Seine frühere Partnerin Sandra Kunze habe da sehr viel geleistet, betont der Inhaber.

„Und es hat sich gezeigt, dass das Publikum für Veranstaltungen auf jeden Fall da ist“, so Uwe Kunze. Deshalb will auch er künftig wieder Kulturevents anbieten. Es gibt bereits Gespräche mit Akteuren aus der sogenannten Kleinkunstszene.

Anfragen trudeln wieder ein

Und auch Anfragen zur Saalnutzung für private Veranstaltungen trudeln inzwischen wieder bei Uwe Kunze ein. Der Saal fasst, wenn Tische gestellt werden, bis zu 120 Personen, bei Konzertbestuhlung ohne Tanzfläche sind es sogar 150. Und das ist eine Hausnummer, die es ansonsten in dieser Form nicht mehr in Kalbe gibt. Denn der Kleine Kulturhaussaal, der ähnlich groß ist, kann schon seit Jahren wegen Brandschutzauflagen nicht mehr genutzt werden.

Uwe Kunze macht aber auch deutlich, dass wirtschaftlich gearbeitet werden muss, um den Gastronomie- und Hotelbetrieb aufrechterhalten zu können. Das bedeutet, dass kleinere Versammlungen oder Treffen, wie es sie bis dato häufig in den „Ratsstuben“ gegeben hat, nur dann möglich sind, wenn auch ein Verzehr stattfindet. „Denn ich muss ja dafür Personal vorhalten“, so der Inhaber, der selbst beruflich viel unterwegs ist.

Demnächst will er auch wieder einige Investitionen tätigen, um die Attraktivität des Objektes beibehalten zu können. „Ich bin oft gefragt worden, warum ich das Ding nicht einfach zuschließe. Aber das will ich nicht“, sagt Uwe Kunze, der dabei sehr deutlich macht, dass dies für ihn nicht nur finanzielle Gründe hat.

Der Betrieb ist weiterhin über die bisher gültigen Kontaktdaten erreichbar. Und ab Februar ist dann auch wieder eine Zimmerreservierung über reguläre Buchungsportale im Internet möglich.

Die „Ratsstuben“ sind weiterhin über die bisherige Telefonnummer (via Rufumleitung), Internet- und Mailadresse erreichbar.