Gardelegen l Vor zehn Jahren wollte Wiltrud Dettmer etwas für ihr Wohlbefinden und ihren Körper tun und wurde durch eine Freundin auf eine Tai Chi Gruppe in Gardelegen aufmerksam gemacht. An einem Schnupperabend machte sich die Gardelegenerin ein erstes Bild vom Angebot einer kleinen zierlichen Frau, die sich als Kursleiterin vorstellte. Es war Heilpraktikerin Carla Neß, die an jedem Dienstagabend mit einer Gruppe von zehn Frauen und Männern Tai Chi, eine im Kaiserreich China entwickelte Kampfkunst, praktiziert. Von Kampf im herkömmlichen Sinne ist aber nichts zu sehen. Stattdessen gibt es ruhige fließende Bewegungen der Arme und Beine und somit des ganzen Körpers. Schon das reine Zusehen beruhigt den Geist und streichelt die Seele.

Fasziniert von der Eleganz und Harmonie

Wiltrud Dettmer hatte noch nie von Tai Chi, geschweige denn von den Übungen gehört, die man dort macht. Doch, so erzählt sie, „der erste Eindruck war sehr positiv, die Frauen waren alle nett“. Damals war sie schon über 50 und weit von jeglicher sportlichen Fitness entfernt. Doch sie war fasziniert von der Eleganz und der Harmonie der Bewegungen, die sie beobachten konnte. Das wollte sie auch können und meldete sich für einen Kurs an. Die Faszination blieb bis heute.

Zudem informierte sich die Hansestädterin intensiv über Tai Chi und welche Vorteile die Übungen auf den menschlichen Organismus haben sollen. Wie sie erzählt, las sie damals: „Der meditative Aspekt des Übens klärt den Geist. Die Entschleunigung der Bewegungen, kombiniert mit tiefer, natürlicher Atmung (Zwerchfell- oder Bauchatmung) und die damit einhergehende Tiefenentspannung, wirken sich äußerst positiv auf das Nervensystem aus und verbessern den Stoffwechsel unter anderem durch den erhöhten Sauerstoffgehalt in Blut und Gewebe. Der Übende fühlt sich entspannter. Tai Chi hat eine ausgleichende Wirkung auf den Übenden und führt zu mehr Gesundheit, Vitalität, Fitness und Lebensfreude.“ Das hörte sich für sie sehr vielversprechend an. Das wollte Dettmer ausprobieren.

Monatelang habe sie gebraucht, um ihre Steifheit und Unbeweglichkeit zu überwinden, um die Übungsabläufe in den Kopf zu bekommen und um weitere Vorteile des Trainings nutzen zu können. „Es war kein Zuckerschlecken“, gibt Wiltrud Dettmer zu. Aber durch den Spaß, zahlreiche Erfolgserlebnisse und die wohltuenden Entspannungsübungen fühlte sie sich immer wieder neu motiviert, um weiter zu machen. Mittlerweile praktiziert sie seit einem Jahrzehnt Tai Chi in der Gruppe – im Sommer auch auf der Wallanlage am Stadtgraben im Einklang mit der Natur. Heute schätzt sie ein: „Ich bin durchaus mit den gesundheitlichen Verbesserungen zufrieden.“

Zum Schnupperabend immer willkommen

Wer neugierig geworden ist und mehr über Tai Chi und die Auswirkungen auf die Gesundheit erfahren möchte, ist gern zu einem Schnupperabend eingeladen. Interessenten wende sich an Kursleiterin Carla Ness, Telefon 03907/71 08 79. Denn ihr, so Wiltrud Dettmer abschließend, sei es weitgehend zu verdanken, dass die Gruppe bereits seit 16 Jahren einer außergewöhnlichen Gesundheitspflege nachgehen kann.