Gardelegen l Den kirchenmusikalischen Höhepunkt des Jahres 2018 erlebten die Zuhörer am Sonnabendnachmittag in der gut gefüllten Marienkirche in Gardelegen.

Dass die Kantoreien Gardelegen und Osterburg einmal im Jahr zusammen ein großes Projekt auf die Beine stellen, ist ja schon seit vielen Jahren Tradition. Doch in diesem Jahr hatten sich alle Beteiligten selbst übertroffen.

Klarinettenkonzert mit Magdalena Lessing

Einstudiert von Kantorin Monika Wrobel in Gardelegen und Kreiskantor Friedemann Lessing in Osterburg, der auch die Gesamtleitung und den Dirigierstab in der Hand hatte, gab es neben Johann Sebastian Bach und Johann Stamitz vor allem Felix Mendelssohn-Bartholdy zu hören. Für die romantische Musik, die mehr Klangdichte hat als die barocke, war ein richtiges Sinfonieorchester nach Gardelegen gekommen.

So waren mehr als 80 Musiker an dem Konzert beteiligt und boten einen beeindruckenden und vielversprechenden Anblick im Altarraum von St. Marien. Es ging zunächst zart los mit der Kantate „Der Herr ist mein getreuer Hirt“ von Johann Sebastian Bach für Chor, Soli und kleines Orchester. Als Solisten sangen Norina Kutz im Sopran, Laura Wittmann im Alt, Severin Böhm im Tenor und Nico Brazda-Hildebrandt im Bass. Danach hatte der Chor eine kleine Pause, denn es erklang das erste Klarinettenkonzert überhaupt, komponiert von Johann Stamitz, und meisterlich gespielt von Magdalena Lessing, die für ihre Darbietung spontanen Beifall und Bravo-Rufe aus dem Publikum erhielt, obwohl doch im Programm stand, man solle sich seinen Applaus für den Schluss aufheben.

Imposante Choralkantate

Drei Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy ertönten danach, und vor allem die Choralkantate „Wir glauben all an einen Gott“ verfehlte seine Wirkung auf das Publikum nicht. Als in der dritten Strophe „Wir glauben an den Heilgen Geist“ 50 Sänger, Pauken und Trompeten und ein großes Orchester erklangen, da ging wohl so mancher Schauer durchs Publikum.

Klangstark, beeindruckend und erhebend ging das Konzert auch zu Ende mit der Bitte „Verleih uns Frieden“. Mit nicht enden wollendem Applaus bedankte sich das Publikum bei den Musikern, und im Rausgehen waren viele lobende Stimmen zu hören. Manch einer hatte gar Tränen in den Augen.

Konzert erklang auch in Osterburg

Am Tag darauf erklang schließlich dasselbe Konzert noch einmal in Osterburg, denn wo soviel Mühe, Schweiß und Probenarbeit drinstecken und soviel gute Musik rauskommt, da lohnt sich eine zweimalige Aufführung auf jeden Fall.