Backhaus

Kaufantrag erweitert

Nach der Abrissgenehmigung für das Gardeleger Backhaus legt Architekt Lutz Schwarzbrunn nach. Er will auch den unsanierten Flügel kaufen.

Von Gesine Biermann

Gardelegen l Er will nicht aufgeben, sondern weiter um den Erhalt eines Gardeleger Denkmales kämpfen. Der Stendaler Architekt Lutz Schwarzbrunn erweitert deshalb sein Kaufangebot: Zusätzlich zum Bet-und Backhaus auf dem Hof des Großen Hospitals würde er nun auch den zweiten, noch sanierungsbedürftigen Flügel des Haupthauses kaufen, ausbauen und vermarkten, um so den Abriss des jahrhundertealten Hofhauses zu verhindern.

Am Dienstag teilte Schwarzbrunn dies der Stiftung mit: „...in Ihrem Bemühen um den Erhalt der Gebäudeanlagen als Ganzes möchte ich den Stiftungsrat gern weiter unterstützen“, heißt es in dem Schreiben, das der Volksstimme vorliegt. „In diesem Sinne ergänze ich hiermit meinen verbindlichen Antrag auf Kauf des Back- und Bethauses, einschließlich des eingeschossigen Vorderhauses in der Philipp-Müller-Straße“.

Dabei gehe er davon aus, so Schwarzbrunn, „dass dies zu vergleichbaren Bedingungen möglich“ werde, wie sie der Gardeleger Wobau zugebilligt worden seien. Die Wobau, hundertprozentige Tochter der Stadt, hatte das Gesamtensemble Ende 2015 für insgesamt 2100 Euro erworben (1 Euro für das Gebäude und 2099 Euro für den Grund und Boden). Allerdings soll der Eigentümerwechsel laut Kaufvertrag erst erfolgen, wenn „...der Abriss des Hofgebäudes durch den Veräußerer (Stiftung) vollzogen ist, wobei die Abrisskosten vom Erwerber (Wobau) getragen werden“.

Die Abrissgenehmigung indes ließ lange auf sich warten. Vor wenigen Tagen wurde sie nun erteilt (wir berichteten). Für ihn sei das „ein schlimmer Tag“ gewesen, so Schwarzbrunn, „eigentlich auch ein schlimmer Tag für die ganze Stadt“. Er hoffe nun darauf, dass sein neues Angebot den Stiftungsrat überzeugen kann. Denn damit „lösen sich wesentliche rechtliche Problemstellungen, die sich bei einem isolierten Verkauf des Backhauses ergeben, praktisch auf (siehe rechts).“

Bislang konnte sein Angebot, das Backhaus privat zu erwerben und zu sanieren, die Hospitalstiftung nämlich nicht überzeugen. Bereits im November des vergangenen Jahres hatte sich Schwarzbrunn deshalb an den Petitionsausschuss des Landtages gewandt. Bislang erhielt er nur ein Eingangsschreiben – nach der Abrissentscheidung des Kreises ist man aber nun auch in Magdeburg aufmerksam geworden: Am 23. März wollen sich die Mitglieder laut Schwarzbrunn nun vor Ort am Backhaus treffen. Treffen wird sich in Kürze laut Vorsitzender Mandy Zepig auch der Stiftungsrat, um das neue Angebot zu erörtern.