Zichtau l Der Junge drehte sich noch einmal mit dem Rücken zu Ulf Kamith. Ben Stegert von den Jeseritzer Grisus schien es in der Einmanndusche zu gefallen, vor allem das Abschrubbeln mit der Bürste, die Ulf Kamith durch die Handschuhe von außen über den Rücken hin und her bewegte. Die Dusche gehört zu der Komponente Dekontamination des ABC-Zuges des Altmarkkreises. Gruppenführer Steffen Sperr hatte die Einmanndusche zusammen mit Kameraden aus Kakerbeck in Zichtau aufgebaut.

Dort nämlich fand am Wochenende das zweite Zeltlager der Kinderfeuerwehren des Kreisfeuerwehrverbandes Gardelegen statt. Doch nicht nur an der „Dekon-Station“ konnten die Jungen und Mädchen der Kinderfeuerwehren des Gardelegener Kreisfeuerwehrverbandes Interessantes erfahren und Dinge ausprobieren. Auf einer Strecke von über fünf Kilometern gab es neun Stationen. Um zu den Standorten zu kommen, mussten die neun Kinderfeuerwehren sich dabei mit GPS-Geräten den Weg suchen.

Zeltstadt im Zichtauer Park

Im Ferienpark hatten die Betreuer eine große Zeltstadt errichtet. Bereits am Freitagabend, nachdem Verbandskinderfeuerwehrwartin Anja Baumann das Zeltlager eröffnet hatte, gab es den ersten Höhepunkt. Zauberkünstler Kiwara, alias Ralf Stöpel, zeigte einige seiner Tricks und begeisterte die Meute, vor allem weil zahlreiche Nachwuchsbrandbekämpfer als Zauberassistenten fungieren durften.

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Nach einer Nacht in den großen Mannschaftszelten startete die GPS-Tour in und um Zichtau. Dabei trafen die Jungen und Mädchen aus Dannefeld, Jahrstedt, Jeseritz, Wiepke, Mieste, Jävenitz, Kalbe, Wernstedt und Gardelegen auf viele verschiedene Institutionen. Begeistert waren die Kinder von den Fellnasen der DRK-Hundestaffel aus Salzwedel. Einige Kinder durften sich sogar verstecken und sich von den sogenannten „Mantrailer-Hunden“ aufspüren lassen.

Rettungstaucher zu Besuch

Die Rettungstaucher der DLRG aus Tangermünde hatten Wissenswertes über ihre Aufgaben zu berichten. Natürlich durften die Kinder auch einmal den Neoprenanzug, Arbeitsanzug der Taucher, berühren. Auch die beiden Gardelegener Regionalbereichsbeamten der Polizei, Henry Rosner und Lutz Richter, hatten an einer tausendjährigen Eiche im Zichtauer Wald eine Station aufgebaut. Dort ging es um das verkehrssichere Fahrrad. Bei Förster Peter Kramer erfuhren die Kinder alles über die tierischen Waldbewohner.

Erste Hilfe und Sahneduschen-Taufe

Um das Thema Erste-Hilfe ging es bei Malte Schmidt vom Salzwedeler DRK-Sanitätszug und Tobias Klopfleisch vom Johanniter-Katastrophenschutz des Altmarkkreises. Beide betreuten nicht nur diese Station, sondern sicherten auch das Zeltlager ab.

Am Nachmittag ging es mit allen Kinderfeuerwehren ins Waldbad. Dort wartete Neptuns Frau Neptunia, alias Katrin Körtje, mit ihren Nixen Luise Schlonsak und Jessica Gaede sowie den Häschern Tobias Staats und Klaas Berlin auf ihren Auftritt. Mit einem Boot kamen sie übers Wasser zu den Landratten geschippert, um einige von ihnen zu taufen.

Die Täuflinge bekamen von Neptunia eine kleine Sahnedusche zur Reinigung und mussten einen Schluck des Tauftrankes nehmen, bevor sie mit dem Feuerwehrschlauch von Andy Gaede nass gemacht wurden. Tapfer ließen es die Jungen und Mädchen über sich ergehen, auch wenn nicht immer ganz freiwillig.

Grillabend zum Abschluss

Nach einem Grillabend fielen die Kinder müde und erschöpft auf die Matratzen oder Feldbetten.

Mit einem Pokal für jede Kinderfeuerwehr verabschiedeten Baumann und ihr elfköpfiges Organisationsteam die Nachwuchsbrandbekämpfer. „Hat es euch Spaß gemacht?“, fragte die Verbandskinderfeuerwehrwartin. Die Antwort war ein einstimmiges und lautstarkes: „Ja!“