Gardelegen l „Dürfen wir auch mal in das Geheimfach schauen?“, „Was, der Altar hat ein Geheimfach?“ – da war die Neugier bei allen Mädchen und Jungen geweckt. Alle wollten mit ihrer Taschenlampe ins Geheimfach auf der hinteren Seite des Hochaltars der Gardeleger Marienkirche schauen. Und was war drin? Nichts. Und trotzdem war der abendliche Rundgang durch die nur ganz spärlich mit Kerzen und einigen Lampen beleuchtete Kirche überaus spannend, denn es gab dort so einiges zu entdecken, was man als normaler Kirchenbesucher gar nicht so sieht.

Die Kirchenführung gehörte zum Programm der zweiten langen Kinderkirchennacht in diesem Jahr. Und im Mittelpunkt stand am Vorabend des ersten Advents natürlich der Advent. Und so sollten die Kinder auch in der Marienkirche den Advent mit der Verkündigung des Erzengels Gabriel an Maria, dass sie ein Kind bekommen würde, entdecken. Ganz einfach war die Suche nicht. Aber Küster Hans-Otto Bohlecke und Stadt- und Kirchenführer Jürgen Bajerski halfen als ausgesprochene Fachleute und zeigten den Kindern, wo in der Marienkirche die Verkündigung zu finden ist. Dazu wandelten Bohlecke und Bajerski den Hochaltar, datiert um 1390, drehten die Flügel, und da war sie auch schon, die erste Verkündigung. Nahe der Kanzel steht ein kleiner Vesperbildaltar, über 500 Jahre alt. Und auch dort entdeckten die Kinder die Verkündigung. Und schließlich noch ein drittes Mal an der wunderschönen Kanzel. Dann ging es weiter durch die Kirche bis in den Dachstuhl. Dort erläuterte Bajerski mittels Beamer die Kirchen- und Baugeschichte von St. Marien. Und hoch oben wurde dann der Adventsstern in Gang gebracht. Der Stern wird nun die gesamte Advents- und Weihnachtszeit leuchten.

Familiengottesdienst zum Abschluss

Vor der abendlichen Kirchenführung gab es für die knapp 20 Mädchen und Jungen und den Kinderkirchenhelfern im Gemeindezentrum erst einmal ein stärkendes Abendbrot. Dafür hatten die Eltern gesorgt und reichlich Speis und Trank mitgegeben. Nach der Führung wurde gemeinsam gespielt, gesungen, es wurden Geschichten erzählt, bevor dann im Gemeindezentrum die Schlafmatten aufgebaut wurden. Am Sonntag folgte ein Familiengottesdienst in der Marienkirche.

Im Rahmen der Kinderkirche wird zurzeit fleißig geprobt, und zwar für das Krippenspiel, das am Heiligen Abend um 14 Uhr in der Marienkirche aufgeführt wird. 17 Akteure werden dann quasi auf der Bühne stehen. Eine Generalprobe findet zuvor am 18. und 22. Dezember in den beiden Johanniterhäusern in Gardelegen statt, informierte Gemeindepädagogin Hanna Rau. Die evangelische Kirchengemeinde wird zudem für eine Überraschung im Rahmen des lebendigen Adventskalenders am Sonnabend, 22. Dezember, sorgen. Jeden Mittwoch im Advent finden zudem im Gemeindezentrum am Aschberg Adventsbegegnungen statt, auch am  Mittwoch, 5. Dezember. Von 15.30 bis 16.30 Uhr steht ein Mitbring-Kaffeetrinken auf dem Programm, von 16.30 bis 18.30 Uhr wird gebastelt. Auch Handarbeiten ist möglich, so Rau. Und von 19 bis 19.30 Uhr gibt es eine besinnliche Andacht, um „zur Ruhe zu kommen“.

Briefumschläge aus alten Kalendern

Auch im neuen Jahr geht es kreativ weiter. Am 16. Januar werden im Gemeindezentrum aus alten Kalenderblättern originelle Briefumschläge gebastelt.