Kreissynode in Gardelegen unter anderem mit Zukunftsperspektiven

Kirchenkreis Stendal und Salzwedel: Fusion ist derzeit kein Thema

Eine Fusion der Kirchenkreise Salzwedel und Stendal ist aktuell kein Thema im Bereich Salzwedel. Vorteile für die Basis und finanzielle Einsparungen durch eine Fusion seien momentan nicht erkennbar. Aber Gespräche werden geführt.

Von Cornelia Ahlfeld
Synode des Kirchenkreises Salzwedel in der Gardelegener Marienkirche, hier Präses Hans-Joachim Schulz (links) und der Superintendent des Kirchenkreises, Matthias Heinrich.
Synode des Kirchenkreises Salzwedel in der Gardelegener Marienkirche, hier Präses Hans-Joachim Schulz (links) und der Superintendent des Kirchenkreises, Matthias Heinrich. Foto: Cornelia Ahlfeld

Gardelegen - Die Zahl der Gemeindeglieder im Bereich der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands (EKM) sind seit Jahren rückläufig. Hat die EKM in ihrer statistischen Übersicht für das Jahr 2015 noch 245 088 Gemeindeglieder für Sachsen-Anhalt vermerkt, waren es 2019 noch 222 238 Gemeindeglieder. Mithin 22 850 weniger innerhalb von vier Jahren. Diesen Trend gibt es seit Jahren auch im Bereich des Kirchenkreises Salzwedel. Aktuell sind es noch etwa 19 500 Gemeindeglieder. Der jährliche Rückgang liegt bei etwa 2,5 Prozent. Wie sieht die Kirche der Zukunft aus? Die Frage war ein Thema der zweiten Tagung der Kreissynode am Sonnabendvormittag in der Marienkirche in Gardelegen. Dennoch sei eine Fusion der beiden Kirchenkreise Salzwedel und Stendal aktuell kein Thema für den Kirchenkreis Salzwedel, stellte der Superintendent des Kirchenkreises, Matthias Heinrich, im Nachgang der Sitzung vor Pressevertretern klar.

Auf mögliche Fusionen von Kirchenkreisen, um sie zukunftsfähig zu machen, hatte jedoch der Stendaler Superintendent Michael Kleemann in der Frühjahrssynode des Nachbarkirchenkreises Anfang Juni im Stendaler Dom hingewiesen. Vor 23 Jahren hätten beide Kirchenkreise zusammen noch etwa 70 000 Gemeindeglieder gezählt. Jetzt habe jeder Kirchenkreis noch knapp 20 000. Die Fusion beider Kirchenkreise sei ein Thema, an dem bereits gearbeitet werde, hatte Kleemann verkündet und auf ein Perspektivgespräch Anfang September hingewiesen (Volksstimme berichtete).

Das findet am 8. September statt, bestätigte Heinrich. Der Veranstaltungsort stünde noch nicht fest. Aber inhaltlich geht es eben um Perspektiven für die Zukunft. Und darüber müsse natürlich gesprochen werden. „Da ist vieles möglich, von Autonomie über Kooperation bis hin zur Fusion“, sagte Heinrich. Zu den Teilnehmern werden dann auch Vertreter aus dem Kirchenkreis Haldensleben-Wolmirstedt gehören. „Da die Altmark aber ein in sich geschlossenes Gebilde ist, wäre eine Fusion dieser beiden Kreise sicher vorstellbar, aber nicht zum jetzigen Zeitpunkt“, betonte Heinrich.

"Da ist vieles möglich, von Autonomie über Kooperation bis hin zur Fusion.

Superintendent Matthias Heinrich

„Man muss auch darstellen können, welche Vorteile, welche Nachteile eine Fusion bringt“, ergänzte Präses Hans-Joachim Schulz. Und das alles sei derzeit noch völlig offen. „Eine Fusion bringt viel Arbeit, aber auch viel Verwerfungen“, so Heinrich. Grundsätzlich müsse es bei einem Zusammenschluss um Vorteile für die Basis und um finanzielle Einsparungen gehen. Und die seien derzeit nicht erkennbar. „Wir hätten in einem Kirchenkreis dann über 440 Kirchen. Das wäre ein riesiges Gebilde. Allein von Tangermünde bis Diesdorf wären es gut 110 Kilometer“, machte Schulz deutlich. Außerdem gebe es ja bereits Kooperationen zwischen beiden Kirchenkreisen, sagte Heinrich. So werde beispielsweise das Erlebnishaus in Zethlingen gemeinsam betrieben. Schulungen finden gemeinsam statt. Und auch der altmärkische ökumenische Kirchentag sei ein Kooperationsprojekt beider Kirchenkreise.

Die rückläufigen Zahlen der Gemeindeglieder haben allerdings auch Auswirkungen auf die hauptamtlich besetzten Stellen in den Kirchenkreisen, denn bei der Berechnung der Mittelzuweisungen durch die Landeskirche sei die Gemeindegliederzahl ein Aspekt. Wobei Präses Schulz den Hauptgrund für die Entwicklung im demografischen Wandel sieht. Den Sterbefällen stünden zu wenig Taufen gegenüber. Fest stünde aber, dass es künftig weniger hauptamtlich Beschäftigte geben wird, kündigte Schulz an. Der Kirchenkreis habe darauf reagiert und unter der Regie von Jürgen Droßel aus Rohrberg einen Stellenplanungsprozess angeschoben. Geplant sind unter anderem im Vorfeld Befragungen im Kirchenkreis. „Es geht vor allem darum, welche Arbeiten weitergeführt werden können und wie“, so Schulz.

„Die Zukunft der Kirche entscheidet sich vor Ort – wir zeigen gegenseitig, was bei uns läuft“ – das wird auch das Thema der Herbstsynode sei, die am 16. Oktober stattfinden soll.