Gardelegen l Wenn sie es beschreibt, kann man es fast selbst riechen: „Der Turnraum hier war richtig muffig“, erzählt Planerin Petra Heinemann. Sie steht an diesem Morgen vor wenigen Tagen im Keller der Kita Spatzennest/Zwergenland in der Gardeleger O.d.F.-Straße und lässt die Bauarbeiten der vergangenen Monate noch einmal Revue passieren.

Denn hier hat sich in diesem Jahr ganz viel getan. Und eben auch in Sachen Geruch. Der trat trotz Ölfarbenanstrich und Holzpaneelverkleidung aus den durchnässten Wänden. Der ganze Schaden sei erst sichtbar geworden, als diese abgebaut waren, sagt Heinemann. Und das war nicht die einzige böse Überraschung während der Bauzeit. An vielen Stellen mussten sich Baufirmen und Planerin mit den Bausünden vergangener Jahre herumplagen. Auch der Fußboden im Kinderwagenraum war so ein Fall. Dort lief das Wasser nicht richtig ab. Um den Schaden zu beheben, musste der Boden aufgerissen und neu geschlossen werden. „Wir mussten die Grundleitung aber erst mit einer Kamera befahren, um herauszufinden, woran es lag“, erzählt Heinemann, und schmunzelnd: „Das waren so die kleinen Extras.“

Böse Überraschungen

Denn nun haben alle am Bau Beteiligten jeden Grund zum Lächeln. Und auch die Krippenleiterin des „Spatzennestes“, Kathrin Lemme und Kindergartenchefin Brunhild Schreiber sind ganz begeistert. Denn es ist geschafft. Und es ist ein richtiger Kita-Keller zum Wohlfühlen geworden. Der punktet übrigens längst nicht nur mit seinen hellen freundlichen Räumen, glatten Fußböden und DIN-gerechten Türen, er hat teilweise auch einen ganz neuen Zuschnitt erhalten. Mehrere Wände wurden herausgebrochen, andere neu gezogen.

So entstand zum Beispiel für die Krippenkinder ein ganz neuer gemütlicher Bewegungsraum samt Bällebad oder ein separater WC-Bereich mit Umkleide für Männer und Frauen – denn schließlich gibt es in der Kita mittlerweile auch männliches Personal.

Moderne Küche verkürzt Wege

Durch einen neuen Flur gelangen die Mitarbeiter jetzt außerdem jeweils in die andere Einrichtung, ohne die Küche zu passieren. Die wiederum ist zwar kleiner, aber ein echtes Schmuckstück geworden. „Früher wurde hier ja noch gekocht“, erinnert Heinemann. Doch die überdimensionierten Herde wurden längst nicht mehr genutzt. In der frisch gefliesten Küche verkürzen neue, blitzblanke Geräte wie ein Hochleistungsgeschirrspüler ab sofort nicht nur die Zeit in der Küche, sondern auch die Wege der Mitarbeiter.

Unbestritten der schönste Raum im Keller ist allerdings der bewusste Turnraum der Kindergartenkinder geworden. Nichts riecht hier mehr muffig. Rot-weiße Wände machen ihn zu einem fröhlichen Aufenthaltsort. Hier wird schließlich nicht nur geturnt, sondern auch mal gefeiert.

Fördermittel aus Stark V

Schön warm ist es übrigens auch im gesamten Keller. Denn neben der kompletten Elektroanlage wurde die Heizungsanlage erneuert und mit moderner Brennwerttechnik ausgestattet. So wird es wohl auch nie wieder muffig werden.

Die Stadt hat für die 445.000 Euro teure Baumaßnahme übrigens nur 45.000 Euro zahlen müssen, erinnert Bürgermeisterin Mandy Zepig. Denn 400.000 Euro kamen aus dem Fördertopf Stark V von Bund und Land.