Corona

Kloster Neuendorfs Ortsbürgermeister findet Corona doof

Von Cornelia Ahlfeld
Andreas Höppner findet Corona doof. Screenshot Gesine Biermann
Andreas Höppner findet Corona doof. Screenshot Gesine Biermann Screenshot Gesine Biermann

Kloster Neuendorf

Damit man das hier nicht falsch versteht. Andreas Höppner gehört nicht zu den Corona-Leugnern. Aber die Situation mit dem Virus, das eine ganze Gesellschaft verändert hat, macht Andreas Höppner große Sorgen. Und da steht der Ortsbürgermeister von Kloster Neuendorf nicht allein auf weiter Flur. „Ich habe mit vielen Leuten gesprochen, die das alles bedrückt, die traurig sind“, sagt der 53-jährige Landespolitiker der Linken. Den Menschen fehle die Gemeinsamkeit, das Treffen mit anderen, das Feiern. „Und deswegen sage ich jetzt, Corona ist doof“, stellt Höppner klar. Und er hat dazu ein Video gedreht und bei Youtube hochgeladen. Sein Account heißt: Der Klostermann. Und als solcher stellt er einmal mehr sein schauspielerisches und schreibendes Talent unter Beweis, denn die etwas anderen Neujahrsempfänge in Kloster Neuendorf sind mittlerweile weit in der Region bekannt.

Meinung auf den Punkt gebracht

Dieses Mal steht Höppner allerdings allein auf der Bühne. Und angeregt von den vielen Gesprächen bringt er die Meinung der Menschen auf den Punkt: „Corona ist doof.“ Denn seit gut einem Jahr könne man in Kloster Neuendorf nichts mehr richtig machen, keine Treffen, keine Partys, nichts. Alles sei ausgefallen. Und so gehe es auch in diesem Jahr weiter. Das Pfingstbaumaufstellen findet nicht statt. Und das beliebte Parkfest im Juni stehe auch „auf wackligen Beinen ... und das ist grundsätzlich doof“, findet Höppner. Jetzt könne man nur noch hoffen, dass „das ganze Impfen funktioniert, dass Corona zurückgedrängt wird“, damit in Kloster Neuendorf und in allen anderen Orten wieder durchgestartet werden könne. Denn normalerweise passiere sonst immer ganz viel in Kloster Neuendorf.

„Das geht los beim total anderen Neujahrsempfang“, zählt Höppner auf. Dann kämen schon das Weihnachtsbaumverbrennen, das Osterfeuer, das Pfingstbaumaufstellen, das Parkfest mit Entenrennen auf dem Lausebach – „Lausebach heißt das übrigens, nicht Laugebach“ –, dann das Herbstfeuer und die „weltberühmte Klosteraner Gruselnacht“ zu Halloween und nach Weihnachten dann schon wieder das Weihnachtsbaumverbrennen. Alles gemeinsam organisiert vom Förderverein des Dorfes, der Feuerwehr und vom Sportverein und vielen Helfern. Und ein Teil der Veranstaltungen fällt nun schon wieder aus. Auch die Projekte, die man in Kloster Neuendorf auf den Weg bringen wollte, wie neue Bänke für den Park oder eine Mitfahrbank für den Dorfplatz. Der Festcontainer sei in Arbeit, zählt Höppner auf. Doch man könne eben nichts zu Ende bringen momentan. „Auch das blockiert Corona alles, und das ist doof, doof, doof“, findet Höppner. Und weiter: „Wenn der Corona-Mist zu Ende ist, dann geht das sofort wieder los in Kloster, dann steigen die Partys, dann kommen die Feten, dann gehen die Projekte weiter. Dann starten wir wieder ins Leben. Bis dahin: Durchhalten und bleibt gesund!“

Aufmunterung der anderen Art

Vier Minuten Aufmunterung der ganz anderen, eben Höppners Art. Vorerst allerdings endet der kleine Film so, wie er angefangen hat: „Warten auf das Corona-Ende?... und weiter warten auf das Corona-Ende.“

Gestern Mittag hat Andreas Höppner sein Corona-Video unter Klostermann auf Youtube hochgeladen. Innerhalb kurzer Zeit hat er zahllose Aufrufe und Reaktionen erhalten. „Sehr geehrter Herr Höppner, drücken wir die Daumen, das wir bald wieder feiern dürfen“, schreibt ein Ortsbürgermeisterkollege aus der Börde.

„Das lief sofort hoch und runter. Damit hatte ich niemals gerechnet“, so Höppner.

Der Klostermann hat aber noch mehr Filmchen ins Netz gestellt. Private Wanderungen durch die schöne Heimat und natürlich Videos von Veranstaltung in Kloster Neuendorf, Interviews mit Einwohnern und über die Region der Ortschaft nahe Gardelegen. Vor allem, um sein Dorf bekannter zu machen und zu zeigen, dass das Leben im Dorf alles andere als „tote Hose“, also langweilig, ist.

Außer momentan mit Corona. „Und das ist einfach doof.“