Kalbe. Gute Allgemeinbildung ist klar von Vorteil. Aber die Fähigkeit, strategisch zu denken, kann bei denjenigen, die beim Kalbenser Kneipenquiz mitmischen, ebenfalls nicht schaden. Das zeigte sich auch am Sonnabendabend wieder, als die Neuauflage der Veranstaltung im Café „Friedenseck“ stattfand. Mit 40 Teilnehmern und zehn Mannschaften war es bis auf den letzten Platz gefüllt.

Und langsam, aber sicher, arbeitete sich dort im Laufe des langen Abends das Team „Felsgold“, bestehend aus Ines und Uwe Kersch sowie Renate und Mario Ahlfeld, nach vorn. Der kluge Einsatz des Jokers, mit dem sich bei einer der vier Spielrunden die erreichte Punktzahl verdoppeln ließ, und der Mut, ein schlechtes Rundenergebnis mit einer vorher nicht bekannten Aktion zu verbessern – Karaoke-Singen war dabei ebenso im Angebot wie das kollektive Herunterschlucken einer von Wirt André Tepper kreierten Geheimmixtur –, führten schließlich zum Sieg. Und natürlich hatte Quizmaster Florian Kersch seine Eltern und Schwiegereltern in spe, die nun einmal das Siegerteam bildeten, vorher nicht in seine Karten gucken lassen. Über diesen Verdacht war und ist der 33-Jährige absolut erhaben.

Bei ihm geht es gerecht, aber auch streng zu. Die Regeln hatte der Kalbenser, der sich in seiner Freizeit gern kluge (Fang-)Fragen ausdenkt und der natürlich selbst gern quizzt, vorher ganz genau erklärt. Zigfaches Nachfragen ließ er hinterher nicht mehr zu, sondern forderte von den Mitspielern Aufmerksamkeit. Und die bekam er. Und zwar über fast vier Stunden. Denn gequizzt wurde über vier Runden á 15 Fragen. Jenes Team, das eine Runde gewann, erhielt vom Wirt einen Preis in Form eines Bierpräsentes. Schließlich handelte es sich ja um ein Kneipenquiz.

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Plötzlich war der Pokal verschwunden

Auf die Sieger des Abends wartete dann neben dem Bierpräsent auch „Der durstige Horst“, eine Art Wanderpokal, die zuvor ein halbes Jahr lang in Beetzendorf gestanden hatte. Denn so lange ist es schon her, dass das Kneipenquiz zum ersten Mal von André Tepper und Florian Kersch organisiert worden war. Damals hatten Lehrer des Beetzendorfer Gymnasiums gewonnen.

Sie mischten auch diesmal wieder mit, mussten sich dann aber den vier genannten Kalbensern geschlagen geben.

Doch als schließlich „Der durstige Horst“ übergeben werden sollte, da wurde es doch ein bisschen aufregend. Denn der Pokal, der doch zu Beginn der Veranstaltung noch allen Teilnehmern gezeigt worden war, schien plötzlich unauffindbar. Allerdings hatte Wirt André Tepper schnell ein Verdacht. Und der bewahrheitete sich dann auch. Ronny Hofmann, ein ehemaliger Kalbenser, der bekanntermaßen immer für einen Spaß zu haben ist, hatte den Pokal während der Veranstaltung „ein bisschen gewärmt“, wie er sagte. Gern hätte er ihn gemeinsam mit seinen Mitstreitern vom „1. BTV Tomatensofa 06“ – die Mannschaft ist einst nach den Schnick-Schnack-Schnuck-Weltmeisterschaften im Kalbenser Kulturbahnhof entstanden – mit nach Hause, also nach Tangerhütte, genommen. Doch „Der durstige Horst“ ist ein Kalbenser. Und das bleibt er jetzt auch.