Gardelegen l Die Förderung des ländlichen Raumes ist für die Freie Wählergemeinschaft (WG) Südliche Altmark ein Hauptthema der kommunalpolitischen Arbeit. Sie erteilt damit den Aussagen einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstitutes Halle eine klare Abfuhr. Eine „hohe Lebensqualität in den Dörfern zu erhalten“, sei schließlich immer wieder eine Herausforderung, betonte Horst Schulze von der WG Südliche Altmark am Donnerstagabend bei der Nominierungsversammlung für die Kommunalwahlen am 26. Mai. Er betrachte es als „Frechheit“, zu sagen, der ländliche Raum solle nicht weiter gefördert werden. Denn das ist eine Aussage der Studie, wonach der ländliche Raum in Ostdeutschland verloren sei. Fördergeld solle künftig vor allem in die Städte und in besonders produktive Unternehmen fließen (Volksstimme berichtete).

Das Schaffen eines „Wir-Gefühles“, wie es im Kurzwahlprogramm der WG heißt, der Zusammenhalt, das Zusammenwachsen und die weitere Entwicklung der Ortsteile in der Einheitsgemeinde Hansestadt Gardelegen ist auch für Gustav Wienecke ein Schwerpunkt.

Dörfer dürfen nicht hinten runterfallen

Die Kernstadt sei immer noch „hoch angebunden“. Er wolle aber aufpassen, dass die Dörfer „nicht hinten runterfallen“, „Ich bin da auch ganz rabiat und gehe gerade drauf zu. Da lasse ich mich nicht abweisen“, stellte Wienecke klar. Der 68-Jährige ist ein Urgestein in der Kommunalpolitik. Fast 40 Jahre war er im Wannefelder Gemeinderat. Aktuell gehört er für die WG Südliche Altmark dem Gardeleger Stadtrat an und ist Ortsbürgermeister in Wannefeld. „Ich würde mich freuen, noch mal eine Wahlperiode mitmachen zu dürfen und Verantwortung zu übernehmen. Das aber entscheidet alles der Wähler“, betonte Wienecke.

„Meine Priorität liegt in der Vereinbarkeit von Job und Familie. Und dafür müssen wir eine bezahlbare Infrastruktur schaffen“, stellte sich Nico Macht, der ebenfalls im Gardeleger Stadtrat sitzt, kurz vor. Siegfried Jordan aus Lind- stedt, Christian Glatz aus Jävenitz und Jan Dittrich aus Letzlingen sehen in der Förderung des ländlichen Raumes einen Schwerpunkt ihrer Arbeit. Simone Striewski aus Jerchel, bisher als berufene Bürgerin für die WG im Sozialausschuss tätig, möchte sich weiterhin sozialen Themen widmen. Neu in der Runde sind Dirk Behlke, Heiko Günther und Guido Dahm aus Gardelegen sowie David Eschholz aus Solpke. Behlke sieht seine Themen im sozialen Bereich.

Gute Entwicklung der Stadt

„Ich wollte schon immer mal reinschauen in die Politik, wie das alles so funktioniert“, gab Günther an. Dahm lobte die gute Entwicklung der Stadt Gardelegen. Es gebe aber noch viele Themen, wo man sich einbringen könne.

„Ich hoffe, dass wir fünf bis sechs Leute in den Stadtrat bekommen“, sagte Lessing nach der Listenwahl. Gewählt wird am Sonntag, 26. Mai. Neben den kommunalpolitischen Gremien – Kreistag, Stadtrat, Ortschaftsrat – wird zudem ein neues Europaparlament gewählt.