Gardelegen l „Nach den üblichen Anlaufschwierigkeiten ist wahrnehmbar, dass die Bürger überwiegend Verständnis für die Situation aufbringen und sich im wesentlichen verantwortungsbewusst verhalten.“ Diese lobenden Worte fand gestern Florian Kauer, Sachbearbeiter für allgemeine Gefahrenabwehr in Gardelegen. In Stadt und in den umliegenden Dörfern hätten es, wie Kauer informierte, die Menschen verstanden, worauf es momentan ankomme. Dazu zählen unter anderem das Abstandhalten, das Verbot von Gruppenbildungen in der Öffentlichkeit oder auch die Schließung aller öffentlichen Einrichtungen, wie Spielplätze oder Sporthallen. „In unserem Gebiet gibt es allein etwa 50 Spielplätze“, sagte Florian Kauer. Kontrolliert werden diese momentan von René Teschner und Katharina Kramp, die im Ordnungsamt der Hansestadt tätig sind.

Kontrolliert wurden in den vergangenen Tagen nicht nur öffentliche Einrichtungen, sondern auch Gaststätten. Bei den ersten Kontrollen wurde auf die Einhaltung der geltenden Abstandsregelungen hingewiesen. In einigen Fällen fanden Nachkontrollen statt. Seit Montag dieser Woche wurden die Vorschriften verschärft. Gaststätten dürfen nicht mehr geöffnet sein. Auch hier werde die Einhaltung von Mitarbeitern des Ordnungsamtes kontrolliert. „Es gab erst noch Probleme in vereinzelten Gaststätten. Durch intensive und eindeutige Gespräche haben wir aber auch die letzten erreicht, was sehr positiv ist“, betonte Florian Kauer.

Momentan dynamische und turbulente Situation

Weiterhin gehen derzeit zahlreiche Anrufe im Ordnungsamt von Gardelegen ein. „Bürger geben uns dann Hinweise über Gruppenbildungen. Bei Kontrollen, zum Beispiel im Bürgerpark in Gardelegen, konnten wir aber feststellen, dass dem nicht so war“, erklärte Kauer. Darüber hinaus gebe es Informationen von Bürgern, wonach die Vorschriften in Super- aber auch Baumärkten nicht eingehalten werden. Dort obliege jedoch der Zuständigkeitsbereich dem Altmarkkreis Salzwedel. Das Ordnungsamt in Gardelegen könne in diesem Zusammenhang nicht tätig werden.

„Weiterhin wurden durch die Regionalbereichsbeamten der Polizei in Gardelegen am Mittwoch auch Autohäuser kontrolliert. Auch dort zeigte sich, dass die Inhaber die Vorschriften einhalten und nur noch Fahrzeuge reparieren, jedoch nicht mehr verkaufen“, zeigte sich der Sachbearbeiter der Hansestadt Gardelegen erfreut. Das mache deutlich, wie Kauer einschätzte, dass die Gardelegener fast durchweg positiv mit der momentan Situation umgehen. „Zusammenfassend kann man sagen, dass die Lage momentan natürlich sehr dynamisch und turbulent ist. Wir versuchen immer einen Schritt vor der Lage zu sein. Momentan ist es zum Glück etwas ruhiger“, sagte Florian Kauer.

Großes Verständnis bei den Bürgern

Das konnte auch Katharina Kramp im Volksstimme-Gespräch bestätigen. „Wir haben in der vergangenen Woche mehrere Jugendliche auf einem Spielplatz über die derzeitige Lage und die Vorschriften aufgeklärt“, erzählte Kramp. Demnach zeigten diese sofort Verständnis und lösten die Gruppenbildung auf. Ein weiteres positives Beispiel nannte Florian Kauer. Durch einen Anruf wurde das Ordnungsamt darüber in Kenntnis gesetzt, dass in einem Gartengrundstück Gartenabfälle verbrannt werden. Bei diesem Treffen seien jedoch auch mehrere Bürger dabei gewesen. Nach einem aufklärenden Gespräch hätten auch diese eingesehen, dass sie ihre Zusammenkunft besser auflösen sollten.

Auch Einheitsgemeindebürgermeisterin Mandy Schumacher ist sehr erfreut über das Verständnis der Bürger.„Ich bin stolz auf uns Gardelegener. Nicht nur, dass sich die allermeisten Bürger an die Beschränkungen halten, sondern sie zeigen sich auch in der Einkaufshilfe sehr solidarisch und kaufen die Gardelegen-Gutscheine, um unsere Stadt lebenswert zu erhalten“, sagte Schumacher. Auf der Homepage der Stadt unter www.gardelegen.de gibt es zahlreiche Infos zum Thema Corona.