Gardelegen l Der Förderverein der Mahn-und Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe will weitere Begräbnisstätten am Rande der Todesmarsch-Strecke instand setzen. Nach der Neugestaltung der Grabstätten in Breitenfeld soll nun das Gelände in Berge folgen. Allerdings gibt es hier noch einige Probleme zu lösen.

Über den derzeitigen Stand der Dinge berichtete Verwaltungsmitarbeiterin Birgit Matthies in der Vereinssitzung am Dienstagnachmittag. Die bisherige Anlage mit acht Holzkreuzen sei „nicht würdig genug“, die Anträge zur Umgestaltung seien inzwischen gestellt worden. Gedacht sei an eine Anlage ähnlich der in Breitenfeld. Unter anderem soll es Grabzeichen mit roten Winkeln geben.

Das Denkmalsamt habe dies auch so bewilligt. Die Behörde sei der Argumentation gefolgt, dass hierdurch der Besonderheit der Todesmärsche angemessen Rechnung getragen werde. Allerdings habe es jetzt Einwendungen des Landesverwaltungsamtes gegeben. Es wolle das Gräbergesetz wesentlich strenger auslegen und die Grabstätten nur „schlicht“ kennzeichnen. Zusätzlich könne man eine Tafel aufstellen.

Unterstützung vom Denkmalsamt

„Das Denkmalsamt unterstützt uns in der Angelegenheit“, sagte Matthies. Die Stadt wolle nun dem Landesamt die Problematik noch einmal vortragen und dabei die Besonderheit der Todesmärsche und der dazu gehörigen Grabstätten darlegen.

„Wir sind optimistisch, dass das alles so unterstützt wird, was wir vorhaben“, sagte Konrad Fuchs, der Vorsitzende des Fördervereines. Er hob hervor, dass es sich bei der Arbeit des Vereines auf keinen Fall um eine Konkurrenz zur Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe in Gardelegen handele, vielmehr gehe es um eine „Symbiose“.

„Geplant ist, ein Leitsystem zu den Todesmärschen anzulegen“, beschrieb Fuchs die langfristige Zielsetzung des Vereines. Die Todesmärsche seien eine Besonderheit in der Endphase des Zweiten Weltkrieges gewesen und hätten historisch eine internationale Bedeutung. Im Bundesgebiet würden künftig noch weitere Strecken der Todesmärsche gekennzeichnet. Gardelegen habe hier eine Vorreiterrolle.

Wichtig sei, „dass man etwas Unverwechselbares immer wiederfinden muss. Das sind eben die Tafeln mit den roten Dreiecken“, sagte Fuchs.

Eine feierliche Übergabe der erneuerten Grabstätte auf dem Friedhof in Berge ist für Sonnabend, 8. September, geplant. Die Veranstaltung soll um 11 Uhr beginnen. Die Festrede wird Konrad Fuchs halten, für die musikalische Gestaltung sorgt der Berger Chor.

Vortrag über den Weg der Häftlinge

Außerdem wird es im Vorfeld der Veranstaltung noch einen Vortrag zum Thema „Der Weg der Häftlinge nach Berge“ geben: Am Freitag, 7. September, berichtet Torsten Haarseim über die historischen Ereignisse. Außer ihm werden voraussichtlich auch Zeitzeugen aus dem Ort anwesend sein, die die Häftlinge noch gesehen haben. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Treffpunkt ist die Gaststätte „Kegelbahn“ in Berge.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Pflege der Gedenksteine entlang der Todesmarsch-Strecken. Hierzu merkte Konrad Fuchs an, dass die Paten weitgehend gute Arbeit geleistet haben. Durch die lange Trockenheit hätte zwar an einigen Stellen die Bepflanzung gelitten, doch die Paten hätten sich große Mühe gegeben, und die Gedenksteine seien im Wesentlichen in Ordnung. Der Verein plant in nächster Zeit eine Dankveranstaltung für die Stein-Paten.

Außerdem informierte er darüber, dass derzeit eine neue Infotafel für Breitenfeld in Arbeit sei.

Birgit Matthies regte an, dass der Verein sich schon einmal Gedanken darüber machen solle, welche Gedenkstätten er als nächstes restaurieren möchte, da der Stadtrat bald den Doppelhaushalt für 2019 und 2020 beschließen müsse. Insofern solle der Verein Pläne frühzeitig anmelden. Die Mitglieder nannten darauf Mieste sowie Hottendorf, Zichtau und Solpke als nächste Prioritäten. Der Verein ließ Bürgermeisterin Mandy Zepig bitten, die Frage nach dem nächsten Projekt mit in die nächste Bürgermeisterrunde zur Besprechung mitzunehmen.

Die nächste Sitzung des Vereines ist für Dienstag, 27. November geplant. Die Mitglieder treffen sich um 16 Uhr im Rosencenter.