Gardelegen l Sie sehen aus wie der Background-Chor von Max Raabe. So chic mit Frack und Einstecktuch. Nur dass sie „kein Schwein anruft“, stimmt sicher nicht. Wer Hans Torge Bollert, Olaf Klindtwort und Jan-Frederick Behrend engagieren will, muss nämlich Geduld mitbringen. „Ich wollte sie in der Weihnachtszeit hier haben, keine Chance“, erzählt Gardelegens Kulturfachfrau Mandy Botzler. Am Sonnabend nun sind sie aber doch da, im Gardeleger Schützenhaus. Leibhaftig. Und es dauert keine Minute, da haben sie ihr Publikum im Sack. Schon beim zweiten Song müssen die Gäste mitsingen. Und machen das brav. Und erst als der Refrain „dideldidideldidüdeldidei...“ zu schnell wird, geben sie lachend auf.

Zum Erholen kommt dann bis zur Pause keiner mehr. Denn die drei Prachtkerle – so übersetzen die Hamburger nämlich Bidla Buh – sorgen dafür, dass in keiner Sekunde Langeweile im Saal aufkommt. Da gibt‘s eine Liebeserklärung an seine Blasinstrumente von Hans Torge – vom Jagdhorn bis zur qualmenden Jazztrompete. Da gibt‘s den Anti-Vegetarier-Song als Flamenco oder den Contrysong auf der Gitarre – sechshändig gespielt. Auf einer, versteht sich.

Von Techno bis Marschmusik

Und Musikrichtungen spielen dabei überhaupt so mal gar keine Rolle. Die drei können nämlich einfach alles – vom Techno bis zur Marschmusik, vom Schlager bis zum Kinderlied, und was das Ganze noch amüsanter macht: Sie nehmen sich zwischendurch immer wieder selbst auf die Schippe – vor allem gegenseitig: „Ja sehen Sie, mein Problem ist, ich bin hochbegabt“, sagt Torge. „Und die anderen beiden, nun ja sie sind so, wie sie sind.“

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Allerdings, hochbegabt sind sie alle drei. Als Musiker. Denn bei Bidla Buh stimmt jeder Ton, auch die schrägen. Die nämlich kommen zuweilen aus so witzigen Instrumenten wie dem „Blasebalgfitnessorchester“ oder der „Musikantenstadeltrompete“. Und weil Musikmachen viel mehr Spaß macht, wenn ganz viele Musiker mitspielen, machen Bidla Buh kurzerhand das Publikum zu ihrem Orchester. Bei der „erst gestern komponierten Gardelegen-Hymne“ kommen gleich vier Spitzenmusikerinnen aus dem Publikum zum Einsatz ... Und zum Dank dafür laden sich die drei – und dazu das gesamte Schützenhaus – gleich noch bei ihrer Lieblingszuschauerin Heike Platz aus der ersten Reihe zur „Aftershowparty“ ein.

Am Ende steht für alle fest: Hans Torges Song „Zu schade für eine allein“ passte ganz genau auf den Abend. Denn Bidla Buh sind einfach zu schade für ein kleines Publikum. Im Saal waren nämlich tatsächlich noch ein paar Plätze frei.

Aber wie sagte eine Zuschauerin so schön in der Pause: „Also wer heute nicht hier war, der kann einem eigentlich nur leid tun!“