Kalbe l Gleich sechsmal ist das Kalbenser Kulturhaus in den kommenden Wochen für größere Veranstaltungen gebucht. Darunter sind auch mehrere Shows, die vorrangig von älterem Publikum besucht werden.

Umso mehr drängt sich die Frage auf, wann endlich die Stolperfallen vor dem Eingang zum Großen Saal verschwinden. Die Betonplatten sind teilweise schon herausgebrochen. In den Schadstellen wächst Unkraut. Und auch an der großen Treppe zeigen sich riesige Risse (Foto).

„Keine Frage: Wir müssen den Aufgang sichern“, sagte dazu gestern Bürgermeister Karsten Ruth. Von der Volksstimme auf die Schäden angesprochen, hatte er sich vor wenigen Tagen in Begleitung einer Gemeindearbeiterin selbst ein Bild davon gemacht. Er werde jetzt noch einmal beim Bauhof darauf drängen, dass im Rahmen von Unterhaltungsmaßnahmen die gröbsten Schäden beseitigt würden. „Mehr ist nicht machbar“, so der Bürgermeister, der daran erinnerte, dass die Stadt mit dem einstmals vom Kreis betriebenen Kulturhaus komplett allein gelassen sei, obwohl es bei Veranstaltungen längst nicht nur von Menschen aus der Einheitsgemeinde Kalbe besucht werde.

Saalmiete deckt Kosten nicht

Von der Saalmiete – sie beträgt regulär 600 Euro, in der Heizperiode 750 Euro pro Tag – lassen sich die Unterhaltungskosten, die das Objekt verursacht, nicht annähernd decken. Der Stadt entsteht durch das Kulturhaus ein jährliches Defizit von rund 36 600 Euro, die Abschreibungen bereits berücksichtigt, wie Kämmerin Ingrid Bösener vorrechnete. Im und am Gebäude hat sich trotz der vor einigen Jahren erfolgten Sanierungsmaßnahmen über das Leader-Förderprogramm – so wurden unter anderem die Fassade des Hauptgebäudes und die Künstlertoiletten erneuert und ein neuer Schankbereich geschaffen – ein riesiger Investitionsstau aufgebaut. Dazu gehört auch, dass die Bühne dringend ausgebessert werden müsste (Volksstimme berichtete).

Der Versuch, erneut Leadermittel für den schadhaften Außenbereich des Großes Saales zu erhalten, war vor einiger Zeit gescheitert. Kleiner Saal und Theatersaal können wegen Brandschutzauflagen ohnehin schon lange nicht mehr genutzt werden. Gerade ist dieser Teil des Hauses 60 Jahre alt geworden.