Gardelegen l Warum wird das jetzt gesagt? Ist Reden manchmal nur Hilflosigkeit? Jule Hölzgen und Doro Wolfsberger fragen sich, was das ganze Gelaber eigentlich soll. Und dieser Frage wollen sie gemeinsam mit vielen Zuhörern bei einer Lesung am Freitag, 15. Januar 2019, ab 19 Uhr im besonderen Ambiente des Geschäftes Mit Genuss von Wilma Rolletschek an der Breitscheidstraße 6 nachgehen. Diese Lesung hat die Geschäftsfrau im Rahmen der Kunstlotterie des Kalbenser Künstlerstadtvereines gewonnen. Und sie habe sich gewünscht, das Los der Öffentlichkeit zugängig zu machen und lädt nun zur Lesung in ihr Geschäft ein, teilte Brit Cordes, Koordinationsstipendiatin beim Künstlerstadtverein Kalbe, mit.

Lesung fällt aus üblichen Rahmen

Die Lesung dürfte aus dem üblichen Rahmen fallen, denn es handelt sich um eine Performance, die mit Worten füllt, was andernorts besser Stille gewesen wäre, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. Eine Performance, die zeigt, wie Kommunikation im Schwall der Wörter verloren geht. „Es geht um das Laut und Leise, das Sagen und Meinen, das Zu- und Hinhören, wie wir Oberfläche mit Tiefgang verwechseln und dabei doch alles alles bedeuten soll“, erläutern die beiden Künstlerinnen ihr Leseangebot – ein Abend voller Worte, die eines sagen: Man muss auch mal still sein.

Jule Hölzgen wurde 1994 in Heilbronn geboren. Sie erhielt klassischen Gesangunterricht, studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart und schloss dieses Studium 2018 mit dem Master in Sprechkunst ab.

Doro Wolfsberger, Jahrgang 1989, erhielt ebenfalls von Jugend an eine musikalische Ausbildung. Seit 2015 studiert sie an der Staatlichen Hochschule Stuttgart Sprechkunst und Sprecherziehung. Zuvor absolvierte sie eine Ausbildung zur staatlich geprüften Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin und war danach als Therapeutin in logopädischen Praxen mit Schwerpunkt Stimmtherapie und Kindersprachentwicklung tätig.

Die Kunstlotterie – Kunst gewinnt ist ein Veranstaltungsformat, mit dem die Künstlerstadt Kalbe Kunst zum Menschen bis in die letzte Ecke der Altmark hinein bringen will. Kunst soll so an ganz neuen Orten stattfinden, wo es bisher noch nie ein Kunstevent gab, erläuterte Brit Cordes die Aktion. Kunst könne man somit als „Highlight für eine Gartenfeier mit Freunden, für eine Privatlesung im heimischen Wohnzimmer oder für eine Vereins- oder Firmenfeier“ gewinnen. Die Rahmenbedingungen für den Auftritt lege der jeweilige Gewinner fest. Im Fall des Gewinns von Wilma Rolletschek soll eben auch die Öffentlichkeit davon profitieren.