Kalbe l Helmut Jachalke, Leiter des Betreuungsforstamtes Westliche Altmark, hat gegenüber der Volksstimme die Hoffnung gedämpft, das Eschensterben in den Kalbenser Parkanlagen ließe sich allein mit Rodungsmaßnahmen eindämmen. Das Problem sei nämlich, dass es nicht ursächlich durch den Bunten Eschenbastkäfer ausgelöst werde, sondern dass dessen massives Aufkommen eher ein Symptom für einen anderen Schädlingsbefall sei. Und der lasse sich mit dem Fällen von Bäumen nicht in den Griff kriegen.

Jachalke reagierte damit auf einen Zeitungsbericht über Sofortmaßnahmen der Stadt Kalbe, die im Kurpark 70 bis 100 Bäume fällen lassen will, die vom Bunten Eschenbastkäfer befallen sind. Denn dieser fliegt von März bis Mai aus, wobei seine Larven dann weitere Bäume schädigen.

Die, so erläuterte Jachalke, seien dann aber vorher in aller Regel schon vom Falschen Weißen Stängelbecherchen, einem aus Asien eingeschleppten Pilz, befallen. Denn der Eschenbastkäfer niste sich in kranken Bäumen ein. „Wegen des Pilzbefalls sterben diese Bäume aber sowieso.“

Den Eigentümern der betroffenen Flächen obliegt aber eine Verkehrssicherungspflicht. Die Stadt will diese nun wahrnehmen, indem sie die befallenen Bäume aus dem Bestand nimmt (Volksstimme berichtete). „Denn wenn die Bäume tot sind, müssen sie weg“, so der Forstamtsleiter.

Waldschutztechnisch viele Probleme

Er machte allerdings auch deutlich, dass das Aufkommen der Eschenschädlinge, von dem unter anderem auch das Naturschutzgebiet Beetzendorfer Bruch betroffen sei, nur eines von vielen Problemen darstelle, mit denen sich er und seine Revierförsterkollegen aktuell befassen müssten. Stichwort Borkenkäfer. „Es brennt waldschutztechnisch wirklich an allen Ecken“, betonte Helmut Jachalke.

Dennoch werde nun vonseiten des zuständigen Revierförsters auch versucht, den Kontakt zum Eigentümer der Kreuztannen herzustellen, um dort zumindest die Verkehrssicherungspflicht herstellen zu lassen. Die Kreuztannen, an denen sich ein Milde-Wanderweg entlangschlängelt, sind eine Mischwaldanlage, die früher einmal von der Stadt Kalbe als Park bewirtschaftet worden war. Die Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft hatte sie dann aber 2012 an Privat verkauft. Die Kreuztannen grenzen direkt an den Kurpark an. Und auch in ihrem Bestand gibt es geschädigte Bäume.