Kalbe l Wie können Menschen im ländlichen Raum alt werden und dabei möglichst lange in ihrem Wohnumfeld bleiben? Wie gelingt es, ältere Menschen am öffentlichen Leben teilhaben zu lassen und ihnen in der häuslichen Umgebung Hilfe anzubieten? Und wie stark ist dabei das Ehrenamt involviert? Mit diesem Thema beschäftigen sich derzeit die Studierenden Anne Marie Schulz und Manuel Rupsch im Rahmen eines Lehrforschungsprojektes im Masterstudiengang „Soziale Arbeit in der alternden Gesellschaft“ der Hochschule Magdeburg-Stendal im Fachbereich Soziales, Gesundheit und Medien.

Initiiert wurde dieses Projekt rund um das Wohnen im Alter von Prof. Dr. Josefine Heusinger. Daraus haben sich verschiedene Kleinprojekte entwickelt. Schulz und Rupsch widmen sich nun seit November dem Thema „Teilhabe und Unterstützung älterer Menschen in ihrem Wohnumfeld durch das Ehrenamt.“ Dazu werden Anne Marie Schulz und ihr Kommilitone Manuel Rupsch verschiedene Daten im Kalbenser Stadtgebiet erheben. So werden Fragebögen an alle 65- bis 85-Jährigen, die noch zu Hause leben, verteilt, um Informationen über deren Lebenssituation zu erhalten. Kontakte zu dieser Personengruppe sowie weitere Unterstützung erhalten die Studierenden durch Kooperationspartner vor Ort. Das sind Renate Friedenreich von der Tagespflege der Arbeiterwohlfahrt (Awo), Christina Strick von der Awo-Sozialstation, Andrea Hanke und Erika Schwarzbach von der Ortsgruppe der Volkssolidarität in Kalbe sowie Corinna Köbele vom Künstlerstadt-Verein. Mit ihnen sowie mit Einheitsgemeinde-Bürgermeister Karsten Ruth haben die Studierenden auch Experteninterviews geführt.

Fragebögen werden verteilt

Erfasst werden die Daten ab dem 11. Januar bis zum 28. Februar dieses Jahres. „Wir wollen erfahren, welche Angebote für ältere Menschen in Kalbe gemacht werden und wie diese genutzt werden, damit ältere Menschen möglichst lange in ihrem häuslichen Umfeld leben können“, schildert Schulz im Volksstimme-Gespräch. Das Projekt läuft bis Juli diesen Jahres. Manuel Rupsch und Anne Marie Schulz hoffen auf viel Rücklauf ihrer Fragebögen und darauf, aussagekräftige Informationen zu erhalten. Geplant ist zu einem späteren Zeitpunkt auch eine öffentliche Auswertung der erfassten Daten. Möglicherweise können so Anregungen und Verbesserungen zur Lebenssituation älterer Menschen im ländlichen Raum und speziell in Kalbe, die anzustreben sind, aufgenommen werden.

Kalbe als Ort des Forschungsprojektes – diese Idee hatte Anne Marie Schulz. Die Studentin ist in Kerkau aufgewachsen. Ihre Familie ist dort noch immer zu Hause. Die Situation für ältere Menschen in der Altmark ist ihr daher vertraut. Die ländliche Struktur in Kalbe sei wie für das Projekt gemacht. Und: „Mein Herz hängt noch immer an dieser Ecke“, so die Studierende.