Gardelegen l Wenn Overbeck nach Gardelegen kommt, dann geht Gardelegen zu Overbeck. Im ausverkauften Schützenhaus las am Sonntagnachmittag der Schauspieler Roland Jankowsky Kriminalgeschichten aus dem von ihm herausgegebenen Buch: „Waffe weg! Over ...!“ Das Wortspiel mit seiner Fernsehfigur ist hierin natürlich Programm. Seit 1998 spielt Jankowsky in den Wilsberg-Krimis den Kommissar Lars Overbeck.

Als Jankowsky die Bühne im Schützenhaus betritt, zückt er als erstes sein Handy und macht ein Foto vom Publikum: „Ab heute wird zurückgeschossen“, erklärt er und hat die ersten Lacher auf seiner Seite. Schon beim ersten Gedicht legt er die Stimmung des Abends fest. Im Schützenhaus wird es so schwarzhumorig, dass Dichter Roald Dahl (†) seine wahre Freude gehabt hätte.

Heiter und skurril

Heiter und bisweilen skurril geht es weiter mit Gedichten und Kurzgeschichten. Dazwischen plaudert der 51-Jährige aus dem Nähkästchen, erzählt von Filmdrehs und lässt die anwesenden Fans alle wichtigen Neuigkeiten zu seiner Figur Kommissar Overbeck wissen. Wenn er liest, zieht er das Publikum sofort in seinen Bann. Mit verschiedenen Dialekten und unterschiedlichen Stimmen erweckt er seine Charaktere zum Leben. Und obwohl es in den Geschichten blutig zugeht, lacht das Publikum schallend, wenn die Stadtangestellte erklärt, warum es nicht ihre Schuld war, dass ihrer Kollegin der Kopf mit der Säge abgetrennt wurde – oder wenn der Mafiaboss an einer Weißwurst erstickt und der Auftragskiller Schwierigkeiten hat, seine Leiche loszuwerden.

Roland Jankowsky schauspielert beim Lesen und das macht die Lesung so lebendig. In der Pause und auch noch nach der Lesung signiert er Bücher und posiert mit Fans für Erinnerungsfotos.

Schauspielern beim Lesen

Der Bibliotheksförderverein hatte die Lesung organisiert und ob es nun Zufall war oder beabsichtigt: Zwei Tage nach dem bundesweiten Vorlesetag lässt man sich doch gern vorlesen. Eine Besucherin sagt nach der Veranstaltung begeistert: „Jetzt habe ich den Overbeck endlich mal live gesehen.“