Letzlingen l Im Norden des von Islamisten bedrohten Staates Mali reißt eine Explosion drei Soldaten des französischen Mali-Kontingents in den Tod. Es war ein Vorfall im April 2016, der in Deutschland die Frage aufwarf, wie gefährlich die Ausweitung des Bundeswehr-Einsatzes in Mali ist. Doch das ist Geschichte.

Erst vor zwei Tagen hatte die neue Bundesregierung im brandenburgischen Meseberg während ihrer zweitägigen Klausurtagung entschieden, das Militärausbilder der Bundeswehr während der European Training Mission Mali („EUTM“) für ein weiteres Jahr malische Soldaten im Kampf gegen Terroristen schulen und beraten werden. Es ist eine der zwei Missionen, an der sich die Bundeswehr in dem afrikanischen Staat beteiligt.

Handlungssicherheit für Soldaten

„Eine weitere ist die Stabilisierungsmission ‚MINUSMA‘ der Vereinten Nationen. Sie dient zur Sicherung des Friedens im Land“, erklärte am Donnerstagmorgen Hauptmann Andy Enderlin, Presseoffizier der Luftlandebrigade 1, deren Soldaten des Fallschirmregiments 26 sich derzeit auf dem Truppenübungsplatz „Altmark“ in Letzlingen befinden, um sich auf den Mali-Einsatz vorzubereiten. „Es ist der letzte Teil der Einsatz vorbereitenden Ausbildung bevor es für die 380 Soldaten ab Mai und bis Ende September/Anfang Oktober in den afrikanischen Staat geht“, berichtete Andy Enderlin. Ziel der Ausbildung ist es, „den Soldaten Handlungssicherheit mit auf den Weg zu geben.“ So sollen die Soldaten in jeder erdenklichen Situation ein Bild abrufen, um im Ernstfall richtig reagieren zu können.

Bilder

„Aus diesem Grund wird beim Üben immer vom schlimmsten Fall ausgegangen. Und dazu gehört eben auch die Ansprengung eines Fahrzeuges“, erklärte Brigadegeneral Dirk Faust, der sich die Übung genau ansah.

Bombe explodiert unter einem Fahrzeug

Das Szenario: Transportfahrzeuge der Bundeswehr sind während einer Patrouille auf dem Weg von einem Ort zum nächsten. Plötzlich explodiert eine Sprengfalle unter einem der Fahrzeuge und fordert zwei schwer verletzte und einen verwundeten Soldaten. Dann geht alles ganz schnell. In Windeseile kommen ihnen Kameraden zur Hilfe, sichern den Anschlagsort und bringen die Verletzten aus der Gefahrenzone. Am Verwundetensammelplatz erfolgt die Erstversorgung der Soldaten und der zuständige Sanitäter ordert einen NH-90-Transporthubschrauber, der die Kameraden einige Minuten später in ein nachlegendes Lazarett fliegt.

„Das ist nur eines von vielen Szenarien, die in einem der Länder, in dem die Bundeswehr aktiv ist, vorkommen können“, erklärte Brigadegeneral Dirk Faust. Doch die Fallschirmjäger sowie Luftlandeaufklärer- und -pioniere der Luftlandebrigade 1 meisterten die Aufgabe. „Die Übung lief sehr gut“, schätzte Hauptfeldwebel Alex Pfeifer – er führte die Übung aus und organisierte sie mit – am Donnerstagvormittag ein. Alles sei vorbildlich und zügig gelöst worden. Auf die Frage, wie sein Gefühl jetzt sei, sagte er, die Soldaten, die ab Mai in Mali stationiert werden, hätten einen sehr guten Ausbildungsstand.