Kalbe l Die Sanierungsmaßnahmen in der Kalbenser Turnhalle sind teurer geworden als ursprünglich geplant. Der Stadtrat hat dazu während seiner jüngsten Sitzung eine überplanmäßige Ausgabe von 50.700 Euro beschlossen. Einstimmig. Denn Planerin Melissa Schmidt hatte zuvor dargelegt, wie diese Mehrkosten entstanden sind.

Demnach waren für die Erneuerung des Daches, der Heizung und der Elektroanlage ursprünglich 200.000 Euro aus dem Stark-V-Programm (100-prozentige Förderung aus Bundes- und Landesmitteln) eingeplant gewesen. Jedoch hatte sich bereits nach der Ausschreibung gezeigt, dass diese Summe nicht reichen würde. Es wurden insgesamt 226.281,28 Euro in den wirtschaftlichsten Angeboten veranschlagt.

Während der Arbeiten am Dach „kamen dann die ganzen Altlasten zum Vorschein. Teilweise waren mehrere Lagen Dachpappe miteinander verklebt“, was sich so im Vorfeld nicht abschätzen lassen habe, sagte die Planerin. Die Firma habe also wegen der zusätzlichen Abriss- und Entsorgungsarbeiten einen Nachtrag einreichen müssen. Der habe sich aber noch weiter erhöht, weil seit diesem Jahr ein zusätzliches Seilsicherungssystem auf dem Flachdach gefordert sei. Als die Maßnahme einst für das Haushaltsjahr 2016 geplant worden sei, da sei so ein System noch nicht Pflicht gewesen.

Planung bereits 2016 erfolgt

Zusätzlich musste auch noch die Regenentwässerungskapazität erweitert werden, sodass sich schließlich ein Plus von insgesamt knapp 24.419 Euro ergab. Mit den bereits nach der Ausschreibung feststehenden Mehrkosten ergibt das den Betrag von 50.700 Euro.

Kämmerin Ingrid Bösener erklärte dazu auch noch einmal, dass die Arbeiten bereits 2016 geplant worden seien, weil das Land damals eine Übersicht über jene Maßnahmen verlangt habe, die aus dem Stark-V-Topf finanziert werden sollten. „Doch seither hat es deutliche Verschiebungen gegeben“, zum Beispiel weil sich Leistungen von Handwerksfirmen verteuert hätten, so die Kämmerin.

Insgesamt standen der Stadt Kalbe 1,07 Millionen Euro aus dem Stark-V-Programm zur Verfügung. Das Gros des Geldes ist bereits verbraucht, zum Beispiel für Maßnahmen in der Kita „Märchenland“ und im Hort „Abenteuerland“. Die Kalbenser Turnhalle, in die bereits in den Vorjahren investiert worden war, stand ebenfalls immer auf der Prioritätenliste. „Denn wir haben dort einen schön isolierten Schornstein geschaffen“, wie es Bürgermeister Karsten Ruth einmal formuliert hatte. Schließlich war die Fassade über das Konjunkturpaket II gedämmt worden, das Dach war aber weiter undicht und die Heizung dringend sanierungsbedürftig. Das ist nun Geschichte.

„Und wir wollten ja“, so die Planerin und Stadträtin Melissa Schmidt, „irgendwann mal mit der Halle fertig werden.“