Letzlingen l Als Sophie Schönemann, damals noch studentische Mitarbeiterin der Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg, ihre Sozialraumanalyse im Frühjahr 2017 in Letzlingen, Wannefeld und Roxförde startete, konnten sich viele unter dem Vorhaben der Pfeifferschen Stiftungen, ein Quartier in Letzlingen einzurichten, nicht wirklich etwas vorstellen. Das hat sich mittlerweile grundlegend geändert.

Da sind zum einen die vielfältigen Freizeitangebote von sportlichen Aktivitäten über Vorträge und Lesungen bis hin zu Ausflügen und geselligen Nachmittagen. Sie sind zu einer festen Größe im Dorf geworden und machen es, gerade für Ältere, sehr lebendig. Die Angebote sind für jedermann, betont Sophie Schönemann, und sind gern angenommene Möglichkeiten der Begegnung, die das Gemeinschaftsgefühl stärken. „Jeder bringt sich ein“, freut sich Schönemann.

Ort der Begegnung und Nachbarschaftshilfe

Dankenswerter Weise kann für zahlreiche Angebote der Gemeinderaum der evangelischen Kirchengemeinde an der Magdeburger Straße genutzt werden, die von Anfang an, wie auch die Stadt Gardelegen und die Ortschaft Letzlingen, das Projekt unterstützt.

Die zweite Schiene ist der Helferkreis für den ambulanten Betreuungsdienst auf Basis der Nachbarschaftshilfe, der stetig – wie auch der Kreis der Nutzer – weiter wächst. Derzeit sind es laut Sophie Schönemann 19 Frauen und Männer, die Hilfe im Alltag anbieten. Es gebe aber keine Verpflichtung für irgendetwas. Das Spektrum reicht von Heckeschneiden über Einkaufsfahrten und Friedhofsbesuchen bis hin zum Vorlesen oder mal wieder ein Gesellschaftsspiel zu spielen. Es sind die alltäglichen Dinge, bei denen Hilfe benötigt wird. Dabei stehe die Dienstleistung an sich zumeist so gar nicht im Vordergrund. Besuche helfen auch gegen die Einsamkeit, die mit dem Alter einher gehen kann.

Ort der Begegnung ist geplant

Im Moment erfolge gerade wieder eine Schulung von fünf neuen Interessenten, berichtet Sophie Schönemann, die mittlerweile als Quartiersmanagerin, als „Kümmerer vor Ort“– im Oktober 2017 eröffnete das Quartiersbüro an der Magdeburger Straße 24 – die Fäden für beide Angebotsschienen zusammenhält und Strukturen sowie das Netzwerk ausbaut. Denn, das erklärte Steffi Ginap, Bereichsleiterin „Ambulant im Quartier“, Ehrenamtliche brauchen Struktur und Hauptamtliche Organisation. Zudem gibt es im Büro Informationen rund um das Thema aktives Altern, Pflege und Barrierefreiheit in der Häuslichkeit.

Menschen, die auf dem Land leben, wollen auch im Alter bleiben – und das machen die Pfeifferschen Stiftungen mit ihrem Quartier in Letzlingen möglich. Dieses ist als Pilotprojekt derzeit auf drei Jahre angelegt und wird von der Deutschen Fernsehlotterie gefördert. Zwei Jahre sind bereits vorbei. Geplant ist laut Steffi Ginap der Antrag auf insgesamt fünf Jahre Förderung. Und die Erfolgsgeschichte soll in Letzlingen weiter geschrieben werden. Unter anderem planen, wenn es finanziell tragbar ist, die Pfeifferschen Stiftungen einen großen Ort der Begegnung.