Mieste l Mehr „Mittendrin im Unternehmen“ geht nicht. Beim zweiten Unternehmertreffen saßen 26 Unternehmer aus Gardelegen und Gäste in der neuen 4000 Quadratmeter großen Lagerhalle, in einem Veranstaltungszelt – umgeben von unzähligen versandfertigen Fässern mit Schmierstoffen. Eingeladen dazu hatte die Stadt Gardelegen in Zusammenarbeit mit der Carl Bechem GmbH und dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Magdeburg – Mittelstand Digital.

Das Treffen mit dem Thema „Digitale Datenkommunikation“ passte hervorragend zum Tagungsort in Mieste. Denn spätestens bei der Unternehmensbesichtigung mit den Standortleitern Benjamin Preetz und Normen Gadiel zeigte sich, wie Digitalisierung in einem industriellen Unternehmen voranschreitet, wie hochmoderne und bewährte Technik kombiniert werden. Die Teilnehmer konnten erleben, wie durch Sensoren und Steuerungselemente die Bestandsanlagen vernetzt wurden. Prozesse werden automatisiert, Datenaustausch und Datenmanagement erheblich erleichtert und die Produktion somit effektiver und effizienter gestaltet. Wie Normen Gadiel erläuterte, wollen sie damit auch einen Beitrag zur stetigen Verbesserung der Arbeitsbedingungen leisten. Im Zeitalter der Globalisierung sei es für das Unternehmen enorm wichtig, auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben.

Digitalisierung von Unternehmen

Während in einigen Werksräumen noch mit jahrzehntealter Technik ohne digitale Steuerungsanlage gearbeitet wird, sind andere Produktionsanlagen damit längst ausgestattet und auf modernstem Stand. Auf dem Weg zur Industrie 4.0 wird das Werk in Mieste von dem regional ansässigen Unternehmen ETS GmbH & Co. KG aus Salzwedel begleitet. Am Unternehmensbeispiel der Carl Bechem GmbH gab Geschäftsführer Rüdiger Reichardt den Teilnehmern einen ausführlichen Einblick in die Komplexität und zeigte die Vorteile der automatisierten Produktion auf.

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„Es geht darum, dass die Digitalisierung von Unternehmen als Prozess verstanden wird. Denn Digitalisierung ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor in allen Branchen, egal ob in der Industrie, dem Handwerk, der Landwirtschaft oder dem Handel“, betonte Julia Schlüsselburg, Wirtschaftsförderin der Hansestadt Gardelegen. Sie sei weit mehr als der Einsatz simpler Software. Es gehe um den Einsatz vernetzter und digitaler Technologien und der Art und Weise, wie Unternehmen ihre Kunden und Geschäftspartner zukünftig auf Basis digitaler Kanäle integrieren. „Deshalb ist es für uns wichtig, dass wir unseren Unternehmen Angebote sowie ein Netzwerk anbieten, um sie auf dem Weg in die digitale Zukunft zu unterstützen”, so Schlüsselburg.

Das Unternehmertreffen soll dabei die Teilnehmer für das Thema Digitalisierung sensibilisieren. „Das ist einfach ein Thema, wo kein Unternehmen vorbeikommt. Es ist wichtig, sich anzuhören, was in unserer Region technisch möglich ist“, begründete Torsten Beckmann von der Trüstedter Fenster- und Türentechnik GmbH, warum er beim zweiten Unternehmertreffen dabei war. Und auch Harry Wenzel, Werkstattleiter der Lebenshilfe Altmark-West, war neugierig. Zum einen, weil die Lebenshilfe selbst mit Bechem zusammenarbeite, zum anderen, weil etwa bei Prüfprozessen auch in der Lebenshilfe die Digitalisierung voranschreite.

Unternehmentreffen zum Netzwerken

Neben dem Beispiel des Miester Bechem Werkes mit seinen 71 Mitarbeitern, an dem Normen Gadiel und Rüdiger Reichardt die Digitalisierung im Industriebereich darstellten, waren auch zwei Referenten des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums aus Magdeburg zu Gast. Referent Robert Kummer betonte dabei: „Wie Digitalisierung voranschreitet, hängt ganz oft mit der Mentalität der Geschäftsführer zusammen.“ Wie die Methoden einer vorausschauenden Instandhaltung einen wirtschaftlichen Anlagenbetrieb verbessern, zeigte im Anschluss Dr. Sergii Kolomiichuk vom Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum an praxisnahen Beispielen aus der industriellen Produktion auf.

Das Unternehmertreffen soll immer auch ein Ort zum Netzwerken sein. Und gezielt dafür waren auch Hoti Fjolla und Doreen Kutschat vom Personaldienstleister AZV gekommen. „Wir arbeiten mit Bechem zusammen, und da ist es immer gut, wenn man sich selbst ein Bild vom Unternehmen machen kann“, betonte Hoti Fjolla während der Betriebsführung. „Gerade bei so hochtechnisierten Arbeitsplätzen ist es hilfreich, wenn wir die Unternehmen kennen. So können wir gezielter nach Arbeitskräften suchen“, ergänzte Doreen Kutschat.