Kakerbeck l „Wir haben bisher wirklich mit Müll geturnt“, sagt Marlies Krause und führt in einen kleinen Abstellraum, der an die Kakerbecker Turnhalle angrenzt. In einem dortigen Regal lagern Dinge, die bis dato von ihr und den anderen Mitgliedern des Senioren-Gymastikgruppe als Sportgeräte genutzt worden sind.

Mit Sand gefüllte Plastikflaschen, die in Ermangelung von Holzkeulen verwendet wurden, finden sich dort ebenso wie Ringe, die eigenhändig aus einem alten Kunststoffrohr geschnitten worden sind. Als Kegel für den Slalomparcours haben Krause und Co. bislang sogar leere Joghurtbecher eingesetzt. „Als Kindergärtnerin in der DDR hat man es ja gelernt zu improvisieren“, sagt die 70-jährige Vorturnerin, die vor ihrer Pensionierung als Erzieherin gearbeitet hat, lachend.

400-Euro-Förderung

Doch auf die Sportgeräte Marke Eigenbau können sie und ihre Mitstreiterinnen fortan verzichten. Denn dank einer 400-Euro-Förderung der Avacon ist kürzlich ein großes Paket bei Marlies Krause angekommen, bis an den Rand gefüllt mit neuen Bällen, Holzkeulen und Gumminringen, mit denen jetzt geturnt werden kann.

Auf die Idee, das Energieunternehmen nach einem Zuschuss zu fragen, war die Vorturnerin gekommen, als sie mal am Aquajogging in der Schwimmhalle in Salzwedel teilgenommen hatte. Dort waren Bälle mit Avacon-Aufdruck verwendet worden. Also schrieb Marlies Krause einen Bittbrief an das Unternehmen. „Aber sie hat vergessen, eine Telefonnummer mit anzugeben. Deshalb stand ich dann eines Tages bei ihr vor der Tür“, erzählt Avacon-Kommunalreferent Andreas Forke lachend. Und natürlich kann sich auch Marlies Krause noch gut an diesen Moment erinnern. Denn sie war überrascht, nicht nur von dem netten Besuch, sondern auch von der Aussage dazu, mit welcher Summe nun gerechnet werden darf. „Ich hatte mich ja nicht getraut, einen bestimmten Betrag in den Brief zu schreiben, war von 50 Euro ausgegangen“, so die Übungsleiterin der Gymnastikgruppe. Umso größer war bei ihr die Freude, als es dann 400 Euro wurden.

Mithilfe eines Spezialkataloges, den ihr der Vorsitzende des Kakerbecker Turn- und Sportvereins, Horst Schernikau übergab, konnten schließlich die passenden Gerätschaften bestellt werden. Und auch die 12 Sportfreundinnen von Marlies Krause – die jüngste ist 64, die älteste 80 Jahre alt – freuen sich sichtlich über die Neuanschaffungen, die sie nun bei ihren wöchentlichen Übungsabenden in der Turnhalle nutzen können.

Einen Wunsch haben sie aber noch. Und vielleicht lässt auch der sich irgendwann erfüllen. „Gummibänder wären nicht schlecht“, sagt Marlies Krause kleinlaut. Aber sie weiß ja jetzt, wie man so etwas gangeht.