Kalbe l Immer wieder ist es in jüngster Zeit vorgekommen, dass während eines Telefongespräches die Leitung plötzlich tot war, das Gespräch einfach unterbrochen wurde. Der Grund dafür ist, dass die Telefonanlage im Rathaus Kalbe schon viele Jahre alt sind, nicht den neuesten Standards entspricht. „Das tut uns nicht gut. Das tut dem Bürger nicht gut. Schlimmstenfalls unterstellt der Bürger uns böse Absicht, wenn ein Gespräch plötzlich unterbrochen ist“, machte Kämmerin Ingrid Bösener während der jüngsten Stadtratssitzung klar.

Da der Anbieter sämtliche ISDN-Anschlüsse auf das neue SIP (Standard Internet Protokoll) umgestellt hat, müsse nun auch die Telefonanlage im Rathaus technisch auf diesen Stand gebracht werden. Die bisherige Anlage ist dafür nicht konstruiert. Somit kommt es zu den genannten Ausfällen der Technik.

Auf Windows 10 umstellen

Ähnlich verhalte es sich auch mit der Computertechnik im Kalbenser Rathaus. Zum 1. Januar 2020 ändere sich das Betriebssystem, wie die Kämmerin erklärte. „Wir bemühen uns, diese Umstellung zu diesem Termin hinzubekommen“, sagte sie. Begonnen wurde damit bereits vor dem Termin der Stadtratssitzung. Ursache für die Umstellung der EDV-Technik sind die Sicherheitsupdates, die für Windows 7 technisch nicht mehr geliefert werden. Deshalb muss auf Windows 10 umgestellt werden. Infolgedessen muss auch die Hardware an die technischen Voraussetzungen angepasst werden. Geprüft werde aber, inwieweit die Technik noch für Einrichtungen außerhalb des Rathauses eingesetzt werden könne, zum Beispiel für die Bibliothek.

Stadtratsmitglied Thomas Schreiber (Fraktion Freie Liste/Wählergemeinschaften) fragte nach, ob die entsprechende Technik gekauft oder geleast werden solle. „Wir können das bezahlen. Deshalb ist es besser, wir kaufen. Lassen wir das Geld auf der hohen Kante liegen, zahlen wir Negativzinsen“, begründete die Kämmerin die Neuanschaffung.

Einstimmiges Votum

Gedeckt werden die Ausgaben aus der vorhandenen Rücklage. Für die Umstellung der EDV-Technik werden 14.500 Euro benötigt. Die Umstellung der Telefonanlage kostet noch einmal 15.000 Euro.´Einstimmig sprachen sich die Mitglieder des Kalbenser Stadtrates für die Bereitstellung der Mittel und die Umstellung beider Anlagen aus.

Noch nicht angefasst werde hingegen die Anlage zur Arbeitszeiterfassung der Mitarbeiter der Stadt. Aber auch diese habe eine Umstellung nötig. „Das Gerät greift unsere Karten oft nicht mehr“, berichtete Ingrid Bösener.

Modernisierung der Zeiterfassung

„Vom Gesetzgeber her ist der Arbeitgeber aber verpflichtet, die Arbeitszeit der Arbeitnehmer aufzunehmen“, machte Einheitsgemeinde-Bürgermeister Karsten Ruth deutlich. In Verbindung mit dem Lohnprogramm soll zukünftig das Programm zur Zeiterfassung modernisiert werden. Beides solle miteinander verknüpft werden. Der Fokus solle zuerst auf der Lohn- und Zeiterfassung für Mitarbeiter im Rathaus liegen. Später soll das Programm auf übrige Einrichtungen der Stadt übergreifen.