Kalbe l „Daumen hoch“: Das Zeichen ist eindeutig, als Volkmar Erl gefragt wird, wie er es findet, was da gerade auf dem Kirchplatz passiert. Interessiert schauen er und weitere Kalbenser von der großen Rundbank aus zu, wie Frauen aus Nordrhein-Westfalen und aus der Altmark, aber auch einige männliche Helfer ein riesiges Stricktipi aufbauen.

Das Kunstwerk – und als solches ist es zu verstehen – ist in Vorbereitung des „Potentiale“, eines Festivals für improvisierte Musik und ländliche Entwicklung, entstanden. Dieses findet vom 31. Mai bis zum 3. Juni in Kalbe statt und soll verschiedene Potentiale bündeln. Auch die von Handarbeitsbegeisterten, die es bekanntlich nicht nur in der Altmark gibt.

Symbol der Begegnung

Und so hatte Initiatorin Corinna Köbele, Vorsitzende des organisierenden Künstlerstadt-Vereins, vor einiger Zeit auch über einen gemeinsamen Bekannten Kontakt zur Vereinigung „Dorfmasche“ in Neukirchen-Vluyn am Niederrhein geknüpft. Die dort integrierten Hobby-Handarbeiterinnen hatten nach einer Idee der Künstlerin Ute Lennartz-Lembeck bereits mehrmals ein großes Stricktipi hergestellt – und sich spontan bereiterklärt, ihr Knowhow nun auch nach Kalbe zu tragen.

Bilder

Und so waren in der zweiten Mai-Woche auf eigene Kosten sechs Frauen der „Dorfmasche“ in die Milde-Stadt gereist und hatten dort dann täglich, gemeinsam mit Kalbenserinnen, die zuvor auch schon Hunderte 15 mal 15 Quadratmeter große Wollquadrate für das Tipi hergestellt hatten, fleißig gestrickt und gehäkelt.

Die größte Herausforderung hatte übrigens darin bestanden, die Quadrate – insgesamt 1200 an der Zahl – so miteinander zu verbinden, dass dabei eine brauchbare Tipi-Plane herauskommt. Doch es ist gelungen. Und so kann diese Plane nun am Sonnabendabend mit vereinten Kräften angebracht werden. Vom Künstlerstadt-Verein sind dafür im Vorfeld die 13 erforderlichen, sechs Meter hohen, Bambusstangen besorgt worden. Das Stricktipi, laut Corinna Köbele „ein Symbol der Begegnung zwischen Frauen aus Ost und West und ein Zeichen für die bunte Vielfalt der Welt“, geht nach dem Potentiale-Festival in sein Eigentum über.

Bis zum „Potentiale“ soll es aber erst einmal stehen bleiben – und bleibt hoffentlich von Vandalen verschont.