Gardelegen l Nach der Dürre im vorigen Jahr hat der einst wunderschöne Gardelegener Friedhof mit seinen unzähligen Hecken und vielen Rhododendronbüschen arg gelitten. Vor allem sind es die Hecke um die Gräber, die vertrocknet sind. Und mit der jetzt drohenden erneuten Hitze und Trockenheit dürfte die Situation nicht besser werden. Die Hecken sind ein Schwerpunkt im neuen Entwicklungskonzept, das jetzt für das Gartendenkmal Friedhof erstellt werden soll. Beauftragt hat die Stadt als Träger der etwa neun Hektar großen Anlage an der Bismarker Straße mit 2509 belegten Grabstätten ein Landschaftsarchitekturbüro aus Zernitz-Lohm bei Havelberg.

Efeuteppiche für die Ehrenfriedhöfe

„Aufgrund der guten Referenzen für die Gestaltung solcher Anlagen und auf Empfehlung des Landesamtes für Denkmalschutz“, betonte Isolde Niebuhr, in der Stadtverwaltung als Fachbereichsleiterin für Ordnung und Sicherheit tätig. In ihr Ressort fallen auch die Friedhöfe in städtischer Trägerschaft. Niebuhr war jetzt gemeinsam mit Anja Brückner vom Landschaftsarchitekturbüro vor Ort, um eine Bestandsaufnahme zu erstellen. Eine Grundlage wird die Bachelorarbeit sein, die eine Studentin vor Jahren mal für den Gardelegener Friedhof erarbeitet hatte. „Eine gute und fleißige Arbeit, aber für eine Gestaltung der Anlage reicht das nicht“, so Brückner.

Denn es gehe auch darum, für die einzelnen Bereiche Prioritäten zu setzen. Ebenso sei der künftige Pflegeaufwand ein Thema. „Das werden keine großen Träume sein, sondern solide Projekte“, versicherte Brückner. Zu den Schwerpunkten werden die Hecken, der Eingangsbereich, das Areal um die Kapelle, die Urnengemeinschaftsanlagen und das Hauptwegenetz gehören. Im Blickpunkt seien auch die Wasserentnahmestellen und die Mülltonnenplätze. Die Ehrenfriedhöfe unter anderem mit Otto Reutter und den jüdischen Gräbern seien auch Thema des Konzeptes.

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Überall Handlungsbedarf

„Der Pflegeaufwand ist hoch, aber es sieht eben trostlos aus“, meinte Brückner. Dort könnte man mit Efeuteppichen arbeiten. Für die Hecken müssten auch andere Pflanzenarten genutzt werden. Möglich wären Hainbuchenhecken oder Hecken mit Ligusterarten, ebenso blühende Hecken und Blühwiesen. Konkrete Einzelheiten werden in den nächsten Wochen und Monaten erarbeitet – in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde.

„Ich werde über den Sommer durchplanen. Dann muss das Konzept durch die Behörden gehen“, kündigte Brückner an. Voraussichtlich im Frühherbst sollen die Pläne öffentlich vorgestellt werden. Die Realisierung der Gestaltungsprojekte soll etappenweise umgesetzt werden. Nicht zuletzt auch abhängig von den Finanzen. „Denn wir haben insgesamt 27 Friedhöfe, für die wir als Stadt zuständig sind“, erinnerte Isolde Niebuhr. Und überall gebe es Handlungsbedarf, was entsprechend Geld koste.