Kalbe (cn) l Im Februar werden in Los Angeles die Oscars verliehen. In Kalbe gab es bereits vor wenigen Tagen welche, wenn auch nicht aus Metall, sondern aus Papier. Sie wurden im Zuge des Neujahrsfestes im Gasthaus „Am Burggraben“ an fleißige Mitstreiter des Künstlerstadt-Vereins vergeben. Denn hinter diesem liegt ein sehr arbeitsintensives Jahr, wie die Vorsitzende Corinna Köbele resümierte.

„Mich rührt es heute noch an, wie Ihr alle frei nach dem Motto ,Wir schaffen das‘ mitgezogen habt.“

Sie erinnerte unter anderem an den Winter- und den Sommercampus 2015. Beide wird es auch in diesem Jahr wieder geben. „Das Format ist begehrt. Für den Sommercampus 2016 habe ich sogar schon eine Anfrage aus den USA“, so Köbele.

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Im vergangenen Jahr „ist zudem unsere Arbeit mit den Neubürgern sehr gut vorangekommen“, sagte sie mit Blick auf die angebotenen Deutschkurse, den Chor und den Garten der Nationen sowie diverses Veranstaltungen, in die die in Kalbe lebenden Flüchtlinge und Asylbewerber eingebunden worden sind. Köbele erinnerte aber auch ans bislang schwierigste Kapitel der Vereinsgeschichte. Der vergangene Dezember habe gezeigt: „Nichts bleibt so, wie es ist.“ Denn der Verein habe plötzlich vor der Herausforderung gestanden, alle sieben Altstadt-Wohnungen, die von ihm hergerichtet und dann als Ateliers und Stipendiaten-Unterkünfte genutzt worden seien, wegen Eigenbedarfs räumen zu müssen. Das habe relativ zügig umgesetzt werden müssen. „Und mich rührt es heute noch an, wie Ihr alle frei nach dem Motto ,Wir schaffen das‘ mitgezogen habt“, so Köbele.

Tatsächlich wohne jedem Ende ein neuer Anfang bei. Der Wintercampus 2016, der am 22. Februar beginne, finde diesmal nun nicht direkt in Kalbe, sondern im Umland statt. Es gebe Arbeitsräume und Quartiere in Badel, Brunau und in Vienau. „Ich bin gespannt, wie das angenommen wird“, so die Initiatorin. Denn natürlich werde es auch wieder Atelierrundgänge geben, dann aber dort vor Ort. Der Wintercampus werde international besetzt sein mit Stipendiaten aus der Schweiz, aus Italien und aus Deutschland.

Für den Sommercampus 2016 befinde sie sich bereits im Gespräch mit anderen Gebäude-Eigentümern. Denn geplant sei, dann auch wieder Objekte in Kalbe zu nutzen. Es gebe da durchaus Möglichkeiten, sagte Köbele, die auch daran erinnerte, dass demnächst das ehemalige Bademeister-Haus ins Gesamtkonzept eingebunden werde. Hier solle ein Künstlerstadt-Büro und der Wohn- und Arbeitsort einer Person geschaffen werden, die das Projekt für einen bestimmten Zeitraum begleite und mit koordiniere. Dafür habe der Verein ja Geld von der Bundes-Kulturstiftung erhalten.

Es würden auch weiterhin Ausstellungen und Veranstaltungen organisiert. Und aus Ipse bei Gardelegen gebe es sogar die Anfrage, ob im Zuge des Künstlerstadt-Projektes nicht der Dorfplatz neu gestaltet werden könne.

„Die Künstlerstadt ist inzwischen wirklich eine Marke geworden – mit einer nachhaltigen Entwicklung für die Stadt und die ganze Region“, so Köbele, die auch auf jene acht Auszeichnungen verwies, die es im Laufe der zurückliegenden drei Jahre fürs Projekt gegeben hat.

Und sogar Kanzlerin Angela Merkel hat schon Notiz davon genommen, wie das Foto vom Sommerfest 2015 in der Berliner Landesvertretung Sachsen-Anhalts zeigt.