Förderverein Historische Region Lindstedt lädt zum Tag des offenen Denkmals ein/Holzstühle gesucht

Obergeschoss des Gutshauses ist fast fertig

Von Donald Lyko

Lindstedt l Die Sanierung des Obergeschosses im Lindstedter Gutshaus ist fast abgeschlossen. Das Geschaffene will der Förderverein Historische Region Lindstedt am Sonntag beim Tag des offenen Denkmals ebenso vorstellen wie die instandgesetzte Gutsscheune.

"Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?" - Das Motto, das in diesem Jahr den Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September, begleitet, widmet sich einer der zentralen Fragen des Denkmalsschutzes: Was ist wert, erhalten zu werden? Für die Mitglieder des Fördervereins Historische Region Lindstedt gehören zum Erhaltenswerten das Lindstedter Gutshaus, die historischen Nebengebäude und auch die Reste der mittelalterlichen Turmhügelburg in der Nähe des Gutes. Für die kommenden Wochen ist eine wissenschaftliche Ausgrabung von Mitarbeitern der Universität Göttingen an der Turmhügelburg geplant.

Für den Erhalt der Gutsgebäude ist schon einiges getan worden. So wurde in diesem Jahr die mehr als 50 Meter lange Fachwerkscheune aus dem 18. Jahrhundert vor dem Verfall gerettet. Sie hat ein neues Dach bekommen, eine Lehmstakenwand an der Rückseite und ein gemauertes Fachwerk auf der Hofseite (wir berichteten). Seit Monaten laufen zudem die Arbeiten im Gutshaus. Das Obergeschoss wurde saniert, dort sollen unter anderem Wohnungen für Studenten eingerichtet werden, die für Projekte oder für wissenschaftliche Arbeiten in die Region kommen.

Am kommenden Sonntag wird der Förderverein erstmals öffentlich vorstellen, wie das Gutshaus und die Scheune nach den umfassenden Arbeiten aussehen. Zwischen 10 und 18 Uhr finden geführte Rundgänge und Präsentationen statt, Gäste können aber auch eigenständig das Gutshaus-Obergeschoss, die Fachwerkscheune, den Gutshof und das umliegende Garten- und Parkareal besichtigen (siehe Info-Kasten). Die Gäste sind zu einem Kuchenbasar eingeladen und weiteren Angeboten, die der Förderverein zusammen mit dem Elternkuratorium der Kindertagesstätte Entdeckerland, der Ortsgruppe der Volkssolidarität und dem Sportverein Wacker Lindstedt 1912 vorbereitet werden.

An die Besucher des Tages des offenen Denkmals hat der Verein noch eine Bitte: Wer in der Garage, im Schuppen oder im Keller noch einen ausgemusterten Holzstuhl hat, kann diesen mitbringen und als Spende überreichen. Der Stuhl kann auch Kratzer haben, die Farbe kann abblättern. Die Holzstühle sollen aufgearbeitet werden und dann in einem Raum im Obergeschoss des Gutshauses einen Platz finden, damit die Besucher der geplanten regelmäßigen Vorträge sitzen können.

Der Verein sucht zudem historische Fotos, Zeichnungen und sonstige Dokumente zum Gut Lindstedt. Diese könnten ebenfalls mitgebracht werden, sie werden dann vor Ort abfotografiert. Wer Geschichten über das Gut erzählen kann, ist eingeladen, dies während der Begegnungen und der Rundgänge zu machen. Wer am Sonntag nicht die Zeit hat, seine Geschichten zu erzählen oder Fotos vorbeizubringen, kann sich mit dem Fördervereinsvorsitzenden Marcel Heins, Telefon (0163) 825367, E-Mail: post@region-lindstedt.de in Verbindung setzen.